Stadtleben : Die Revolution des Schmucks

Berühmte Werke des Jugendstils bald in Berlin

Elisabeth Binder

Frauen und Pfauen, Misteln und Disteln, Fledermäuse und Libellen inspirierten den großen Jugendstil-Künstler René Lalique zu einer Revolution des Schmucks. Heute redet ganz Paris von seinem Werk. Und demnächst wohl auch ganz Berlin.

Vom 8. September bis zum 13. Januar 2008 wird im Bröhan-Museum die Ausstellung „René Lalique. Jugendstil-Schmuck aus Paris 1890 – 1912“ zu sehen sein, die derzeit im Pariser Musée du Luxembourg läuft und schon mehr als 300 000 Besucher anzog. Rund 250 Exponate wurden von Museen aus aller Welt ausgeliehen, auch viele Familien der europäischen Aristokratie zählen zu den Leihgebern. Drei Jahre habe die Vorbereitung gedauert, sagte gestern im Bröhan-Museum Sylvestre Verger, Frankreichs erster unabhängiger Organisator von internationalen Kunstausstellungen.

Für Kulturstaatssekretär André Schmitz ist es ein großer Erfolg, dass die Ausstellung nicht nach Mailand geht, wie ursprünglich geplant, sondern nach Berlin kommt. Mit herzlichen Worten bedankte er sich in Anwesenheit des Botschafters Claude Martin bei den Franzosen, „dass Sie uns diese Ausstellung schenken“. Zwar hat er persönlich sich dafür eingesetzt, dass aus dem Hauptstadtkulturfonds 125 000 Euro flossen, um das möglich zu machen. Angesichts der 3,4 Millionen Euro, die die Ausstellung gekostet hat, sei das aber ein geringer Betrag. Offenbar haben auch die gute Chemie zwischen den Machern, das internationale Renommee des Bröhan-Museums und eine Affinität Vergers zu Berlin dazu beigetragen. Der Kunstorganisator besitzt nach eigenen Angaben auch eine riesige Mauerstückchen-Sammlung und will sie als Ausstellung um die Welt schicken. Für Schmitz ist der Kunstunternehmer ein Vorbild der Flexibilität für hiesige Museumsdirektoren. Er träumt schon von gemeinsamen Workshops.

René Lalique ist groß geworden in der Champagne. Diese Landschaft hat ihn zu vielen Motiven inspiriert. Er bevorzugte statt der herkömmlichen Schmuckmaterialien wie Platin und Diamanten, mehr und mehr Email, Opal, Mondstein, Horn und Glas. Außerdem erkannte er den Entwurf des Parfümflacons als neue künstlerische Aufgabe. Zur Ausstellung, die anlässlich des 20. Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Paris und Berlin stattfindet, wird ein Katalog auf Deutsch erscheinen. Elisabeth Binder

Mehr zum Thema im Internet

www.expo-lalique-inberlin.de

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