"Dirty Dancing" : Ein letzter Tanz für Swayze

17.09.2009 18:27 Uhr

Es war die erste Vorstellung des Musicals „Dirty Dancing“ im Theater am Potsdamer Platz nach Patrick Swayzes Tod. Sie begann mit einer Gedenkminute.

Der Darsteller Max Kellerman, der elegant gealterter Feriendorf-Besitzer in dem Stück, betrat vor Beginn die Bühne, erinnerte an „einen einzigartigen Menschen“ und bat um eine Trauerminute. „Steht man da nicht auf?“, raunte eine Besucherin. Danach beginnt die Show.

Johnny-Darsteller Dániel Rákász hatte am Dienstag, als die Darsteller sich an ihrem spielfreien Tag in das Kondolenzbuch im Theater eingetragen hatten, gesagt, dass Swayze in den ersten Momenten seines nächsten Auftritts sicherlich bei ihm sein werde. Und tatsächlich: Als er mit verspiegelter Sonnenbrille und der schwarzen Lederjacke lässig über die Schulter geworfen auf die Bühne kommt und den schnöseligen College-Kellnern ein lässiges „Na Jungs, alles klar“ hinwirft, weht ein Hauch Swayze über die Bühne.

Die Frauen im Publikum sind hin und weg.

  • Patrick Wayne Swayze wurde am 18. August 1952 in Houston, Texas geboren. Bekannt wurde Swayze in der Rolle des Orry Main in der Fernsehserie "Fackeln im Sturm" (1985), die nicht... - Foto: dpa
  • Den Durchbruch schaffte er mit "Dirty Dancing". Seine Rolle in der Liebesromanze hatte ihn 1987 über Nacht zum Superstar gemacht. - Foto: dpa
  • Dem Kinopublikum wird Swayze mit seiner wunderbaren Mischung aus Macho und Charming Boy in "Dirty Dancing" in Erinnerung bleiben. Als gelernter Ballett-Tänzer, der wegen einer... - Foto: dpa


In der Pause steht eine größere Gruppe um einen runden Tisch im Foyer herum. Die Männer seien keine Fans von „Dirty Dancing“, aber das Musical gefalle ihnen bisher sehr gut. Auch die Gedenkminute fanden sie angemessen. Eine Frau aus der Runde sagt mit traurigem Blick: „Ich war sehr berührt.“ An einem anderen Tisch steht Cornelia Quandt mit einer Freundin. Die Mainzerin findet es schon „ein sehr eigenartiges Gefühl“, dass sie ausgerechnet die erste Vorstellung nach Swayzes Tod miterlebt. Aber die Karten für den Musicalbesuch hatten sie schon vor vier Monaten gekauft. Natürlich sei sie Swayze-Fan. Ihrer Freundin hingegen habe Swayze in „Ghost“ besser gefallen. Auch das Ehepaar Tannert aus Senftenberg ist nicht extra zur ersten Vorstellung nach Swayzes Tod aus der Nähe von Cottbus angereist. Rainer Tannert hat den Film nur einmal gesehen. „Aber nicht als Vorbereitung auf diesen Abend“, sagt er. Der Tod Swayzes habe ihn nicht sehr berührt: „Das ist zu weit weg.“

Als Johnny im großen Tanz-Finale die berühmten Worte „Mein Baby gehört zu mir“ sagt, applaudieren die Zuschauer. Und auch bei der gelungenen Hebefigur wird eines klar: In diesen Momenten kehrt Patrick Swayze als Johnny auf die Bühne zurück. „Dirty Dancing“ machte ihn unsterblich. Und die Zuschauer hält nun nichts mehr auf ihren Plätzen. Susanne Thams 

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