Discowürmer : Regenwurm ohne Rhythmusgefühl

Für den neuen Film Sunshine Barry und die Discowürmer" leiht der Berliner Sänger Ben der Hauptfigur in einem Kinofilm seine Stimme.

Rita Nikolow
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Alle mal hergucken. Im Animationsfilm Sunshine Barry und die Discowürmer träumt der Regenwurm Barry davon, ein Discostar zu sein. Foto: promo

Man muss kein Biologe sein, um zu verstehen, dass ein Regenwurm am unteren Ende der Nahrungskette steht. Und damit irgendwie auch ein Symbol ist für alle Außenseiter, die mehr wollen, als ihnen ihre Umwelt zugesteht. Eine Variante dieses Underdog-Themas erzählt der Animationsfilm „Sunshine Barry und die Discowürmer“, dessen Hauptfigur, der Regenwurm Barry, davon träumt, ein Discostar zu sein – und endlich auch von seiner Traumwurmfrau Gloria beachtet zu werden. Und kein Anzugträger, der sein Leben im Großraumbüro absitzt, im mittleren Management in der Kompostierungsindustrie.

In der deutschen Fassung des Films, die an diesem Donnerstag in die Kinos kommt, leiht der Berliner Sänger Ben dem ehrgeizigen Regenwurm, der weder Arme, Beine noch Rhythmusgefühl hat, seine Stimme. Überzeugt, bei dem Projekt mitzumachen, hat Ben vor allem eine Szene: „In der hört Barry zum ersten Mal eine Discoplatte, und er kann sich nicht wehren und muss einfach mittanzen“, erinnert sich der 28-Jährige. Und aus Barrys Begeisterung entstehe der Traum vom Discostar.

Für Ben ist die Geschichte von Barry das Gegenteil von einem Riesenblockbuster: ein kleiner, feiner europäischer Film mit „Herzblut“, der „menschelt“. Und Familienunterhaltung ist, leicht verträglich, wie „ein Burger ohne Glutamat“. Ein Wurm wie Barry zu sein, fände Ben manchmal gar nicht so schlecht. Dann könne man sich schnell verkriechen.

Der 28-Jährige, der in Zehlendorf aufgewachsen ist, heute in Charlottenburg wohnt und 2002 mit seinem Lied „Engel“ bekannt wurde, hat eine andere Strategie, um sich zurückzuziehen: seine Wollmütze. Die trägt er eigentlich immer, wenn er arbeitet. „Und wenn ich sie nicht aufhabe, bin ich privat, und werde nicht erkannt.“ Denn er wolle auf keinen Fall wie ein Star behandelt werden, sondern „einfach so wie alle anderen“. Da hilft es Ben natürlich auch, dass er in Wirklichkeit mehrere Vornamen hat: Denn im richtigen Leben heißt er Bernhard Matthias Albrecht Lasse Blümel. Diese Auswahl sei für ihn schon als Schüler ganz praktisch gewesen – weil er nach jedem Schulwechsel mit einem neuen Vornamen starten konnte. Neben seiner Musikerkarriere hat Ben in den vergangenen Jahren auch als Moderator gearbeitet – zum Beispiel bei Bravo TV. Seit diesem Jahr steht er regelmäßig für den Kinderkanal vor der Kamera.

Für die Geschichte von Barry hat der Sänger und Moderator zwei Tage im Studio verbracht. Getroffen hat er dabei aber nur einen seiner Kollegen: Roberto Blanco, der einem zwielichtigen Schlager-Käfer seine Stimme leiht. Die anderen Sprecher – darunter Herbert Feuerstein, Hella von Sinnen und Dirk Bach – hatten ihre Figuren bereits vorher synchronisiert. „Bei den vollen Terminkalendern der einzelnen Sprecher ist das heute eine übliche Arbeitsweise“, sagt Ben, der übrigens nicht mit Discomusik aufgewachsen, sondern mit Nena. Trotzdem muss er mitwippen, wenn Hymnen wie „Saturday Night Fever“ auf den Plattenspieler gelegt werden – oder in den CD- oder MP3-Player.

Mehr Details zum Film unter:  www.discowuermer.de

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