Stadtleben : Doppelt hilft besser

Gleich zwei Benefizgalas für Aidskranke

Elisabeth Binder

Vor dem Welt-Aids-Tag am 1. Dezember mehren sich Aktionen zugunsten HIV-positiver Menschen. Allein in dieser Woche gibt es zwei große Veranstaltungen in Berlin. Am Dienstagabend findet im Theater am Potsdamer Platz unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit und der Schauspielerin Judy Winter zum achten Mal die Benefizgala „Künstler gegen Aids“ statt. Und am Sonnabend feiert in der Deutschen Oper die Operngala für die Aidsstiftung bereits ihr 15-jähriges Jubiläum.

Konkurrenz machen sich die Veranstaltungen nach Meinung beider Organisatoren nicht. Dazu sind sie zu unterschiedlich. Alfred Weiss, Mitinitiator der Operngala, findet es wichtiger denn je, Menschen auch mithilfe solcher Galas für das Thema zu sensibilisieren, da die Ernsthaftigkeit oft gar nicht mehr erkannt werde. Ausverkauft ist seine Veranstaltung ohnehin, die Karten kosteten zwischen 260 und 650 Euro, im VIP-Bereich 1100 Euro. Weiss hofft, dass 500 000 Euro für den guten Zweck zusammenkommen, rund 400 000 sind es jetzt schon. Ein großer Teil fließt in Berliner Projekte, Einzelfallhilfe und Sterbebegleitung etwa. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt in Südafrika. Dort werden schwangeren Frauen Medikamente finanziert, die helfen, dass die Kinder nicht infiziert werden. Als Gastredner tritt der Textilunternehmer und langjährige Unterstützer dieser Gala, Albert Eickhoff, auf. Neben Liz Mohn und der Begum Aga Khan hat auch Klaus Wowereit, Schirmherr der anderen Gala, seine Teilnahme zugesagt.

Bernd Schulze, der Organisator der „Künstler gegen Aids“-Gala, sieht ebenfalls keine Konkurrenz, sondern vor allem den Vorteil der wünschenswerten erhöhten Aufmerksamkeit für das Thema. „Schließlich haben beide Veranstaltungen das gleiche Ziel.“ Nur das Publikum sei unterschiedlich. Bei der Operngala geht es feierlicher, klassischer zu. Bei seiner Gala ist nicht nur das Programm bunter, da statt Opernsolisten die Stars aus „Mamma Mia“ auftreten und außerdem der Kabarettist Eckart von Hirschhausen, Klaus Lage und die Band Mia.

1800 Gäste werden erwartet, die Karten kosten zwischen 40 und 80 Euro. Die Veranstalter hoffen, um die 100 000 Euro für die Berliner Aidshilfe zusammenzubekommen, wovon ein erheblicher Teil in die Jugendprävention fließen soll. Nach deren Angaben infiziert sich in der Stadt täglich eine Person mit dem Virus, bundesweit lebten Ende 2007 rund 59 000 Menschen mit dem HI-Virus, davon waren 9500 an Aids erkrankt. In Berlin lebten Ende 2007 10 400 HIV-positive Menschen, davon waren 1800 an Aids erkrankt. 2007 starben in Berlin 100 Menschen an Aids, seit Beginn der Epidemie waren es 4300 und bundesweit insgesamt 27 000. Elisabeth Binder

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