Dreharbeiten : Götz George: Willkommen in der Heimat

"Man muss die Dinge immer mutig beim Namen nennen", definiert Götz George für sich den Begriff Zivilcourage. Noch eine Woche lang dreht er in Schöneberg, Kreuzberg und Zehlendorf den gleichnamigen Film. Für George ist es der erste Filmdreh seit acht Jahren in seiner Heimatstadt.

Bert Szilagyi

„Ich bin irritiert, dass es sich all die Zeit nicht ergeben hat, hier zu drehen“, sagte George gut gelaunt am Rande eines Drehs am Mittwochnachmittag nahe S-Bahnhof Yorckstraße. „Dabei ist die Stadt voller Geschichte. Ich habe es allerdings nicht vermisst, in meiner Heimatstadt zu arbeiten.“ George ist in Lichterfelde aufgewachsen, ging dort auch zur Berthold-Otto-Schule.

Im Film spielt George den Inhaber eines Antiquariats, Peter Jordan, der im sozialen Brennpunkt Neukölln wohnt. Mit den Verhältnissen in seinem Viertel hat er sich längst abgefunden und kümmert sich nicht um das Leben außerhalb seines Ladens. Als jedoch eines Tages ein Rentner verprügelt wird, gerät Jordan zwischen die Fronten und entscheidet sich, von da an Zivilcourage zu zeigen.

„Das heißt ja nicht, dass man sofort zurückschlägt. Aber Zivilcourage ist oftmals mit Unannehmlichkeiten verbunden“, sagt der Schauspieler. „Sie hat viele Gesichter, aber man muss schon sehr mutig sein.“ Es gebe leider nur wenige Menschen, die wirklich zivilcouragiert handeln. Auch bei Politikern sehe das der 70-Jährige kaum noch. „Meine Eltern waren zum Glück sehr couragierte Menschen. Sie haben immer alles beim Namen genannt. Ich habe in dieser Hinsicht viel von ihnen gelernt.“ Bert Szilagyi

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