Echo-Verleihung : Klang erfolgreich

Bei der Verleihung des Musikpreises Echo im ICC gab es viele Gewinner. Und manche Fans hatten unverhofft engen Kontakt zu ihren Stars: Sie irrten durch die Gänge des ICC und stolperten dabei über Kylie Minogue und Herbert Grönemeyer.

Sonja Pohlmann
Kylie
Komische Frisur mit Pop-Sound: Kylie MInogue war das Glamour-Girl bei der Echo-Verleihung. -Foto: dpa

Wie gut, dass es Abdeckstifte und Energydrinks gibt. Denn dass sich der „Echo“ als drittes großes Event nach Berlinale und Fashion-Week in die Pflichttermine einreihte, war einigen Stars und Sternchen anzumerken, als gestern Abend im ICC Deutschlands wichtigster Musikpreis verliehen wurde. Manche hatten vorgesorgt – wie Sarah Kuttner: Die hatte sich an ihrem Sitzplatz mit koffeinhaltigen Getränken in Dosen und Schokolade für die abendfüllende Show gewappnet.

Keine Aufputschmittel brauchten DJ Ötzi und Rapper Bushido. Beide gehörten zu den Abräumern des Abends: Der Österreicher Ötzi gewann in den Kategorien „bester deutschsprachiger Schlager“ und „Hit des Jahres“ mit seinem Dauerohrwurm „Ein Stern (der Deinen Namen trägt)“. Als er den Song später auf der Bühne sang, hielt es selbst den sonst stets auf „Bad Boy“ machenden Bushido nicht mehr auf dem Stuhl. Der Berliner wurde gestern ebenfalls in zwei Kategorien ausgezeichnet: als bester Rapper und bester Live Act des Jahres. Dass sich Laudator Oliver Pocher bei seinem Weg auf die Bühne auf Bushido stürzte und ihn auf den Arm nahm, nahm dieser cool hin. Pocher sorgte gestern ohnehin für zahlreiche Lacher, als er eine Parodie auf Britney Spears lieferte. Für Begeisterung sorgten zudem die Auftritte von James Blunt, Herbert Grönemeyer und Kylie Minogue. Im Backstage-Bereich konnten sie sich dafür gegenseitig gratulieren, ihre Aufenthaltsräume – vom Catering-Service mit Prosecco, Wein, natürlich aber auch Schokoladen-Riegeln und Energy-Drinks ausgestattet – lagen in unmittelbarer Nähe.

Herbert Grönemeyer, der gleich zwei Echos für das beste Album und als erfolgreichster nationaler Künstler überreicht bekam, überraschte auf der Bühne mit dem Geständnis, dass er eigentlich jemand sei, „der nicht so gern arbeitet“. Deshalb dankte er „den Leuten, die mich trotzdem immer wieder dazu treiben, eine Platte zu machen“. Auch Dieter Thomas Heck konnte sich freuen, er bekam einen Echo für seine „Verdienste um die deutschsprachige Musik“ überreicht.

Trotz des kurzweiligen Showprogramms hielt es nicht alle prominenten Gäste die ganze Zeit auf ihren Plätzen. Als James Blunt anfing zu singen, verdrückte sich Moritz Bleibtreu in den Backstage-Bereich, Mathias Schweighöfer folgte ihm. Doch so leicht war der Weg durch das ICC nicht zu finden – und so freuten sich Fans und Gäste über überraschende Begegnungen mit den über die Flure irrenden Stars.

Wie in den Vorjahren konnten einige Preisträger nicht persönlich erscheinen, um den Echo in Empfang zu nehmen. Tokio Hotel verweilen gerade in Hollywood und konnten sich nur per Videobotschaft bedanken. Auch Madonna, die am Donnerstag noch in der Hauptstadt zu Gast war, wünschte den Gästen lediglich auf dem Bildschirm einen schönen Abend. Weniger Glamour hatte Gala dadurch nicht. Zahlreiche Prominente waren als Gäste gekommen, darunter Christian Ulmen, „Germany’s Next Topmodel“ Barbara Meier, Klaus Wowereit, Günther Jauch und das Ehepaar Natascha und Uwe Ochsenknecht. Dass Mark Medlock und nicht ihr Sohn Jimi Blue Ochsenknecht den Preis als „Newcomer des Jahres“ gewann, fanden die nicht weiter tragisch. „Jimi Blue ist erst seit Oktober richtig dabei. Und allein die Nominierung ist richtungsweisend für kommende Erfolge“, sagte Uwe Ochsenknecht.

Übrigens waren nicht alle Prominenten von den zahlreichen Events der vergangenen Wochen erschöpft. Judith Holofernes von "Wir sind Helden" hatte sich nur wenige Veranstaltungen zugemutet – zwangläufig, sie ist schließlich Mutter einer kleinen Tochter. Der Echo war für sie und ihre Bandkollegen jedoch Pflichttermin. „Bei der Berlinale habe ich mich eher als beobachtender Gast gefühlt. Aber hier beim Echo bin ich wieder mittendrin“, sagte sie, bevor sie wieder strahlend im Publikum Platz nahm.

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