Edith Hancke : Mopsfidel auf dem Sofa

Es ist ein Riesenandrang im Theater am Kurfürstendamm gewesen. Wer oder was war da los? Sie alle kamen, um die Schauspielerin mit der Berliner Schnauze und der unverwechselbaren Stimmte zu feiern: Edith Hancke.

Heidemarie Mazuhn
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Edith Hancke.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Das Klavier links auf der Bühne versperrte gestern im Theater am Kurfürstendamm nicht allein so manchem die Sicht auf die Bühne. Auch hochtoupierte Damenköpfe erschwerten sich gegenseitig das Vergnügen. Die Laune verdarb das nicht - obwohl schließlich alle nur eines wollten, ihren Liebling Edith Hancke sehen. Die Schauspielerin mit der Berliner Schnauze und der unverwechselbaren Stimme feierte, wie berichtet, vergangene Woche ihren sage und schreibe 80. Geburtstag.

Gestern feierte das Publikum im Theater am Kurfürstendamm mit - eine weißhaarige Dame im Parkett links war dazu morgens extra aus Frankfurt/Oder angereist. "Ich bin schon immer ein Theaterfan", sagte die 71-Jährige, "und Edith Hancke mal selbst zu sehen, das ist es wert." Fanden auch alle anderen im proppevollen Theatersaal, auch wenn es dann nicht allen leicht fiel, im Stehen das Geburtstagskind auf der Bühne mit herzlichem Beifall zu begrüßen. Die Gäste der seit Tagen ausverkauften Matinee zu Ehren des 80. Geburtstages von Edith Hancke waren zum Großteil selbst in einem Alter, in dem man statt seine Profession seine Zipperlein pflegt. Von Letzterem ist die gestern wie immer makellos frisierte blonde Ur-Berlinerin weit entfernt.

Lobeshymnen und Ständchen

Mopsfidel und strahlend genoss sie auf dem Sofa neben dem moderierenden Hans-Jürgen Schatz die Lobeshymne von Theaterautor Horst Pillau und Theaterchef Martin Woelffer, amüsierte sich wie Bolle über die mit filmischen Auszügen unterlegten privaten und beruflichen Erinnerungen und Darbietungen von Kollegen wie Brigitte Grothum, Dagmar Biener und Friedrich Schoenfelder, der als Postillon d'Amour auch für den abwesenden Curth Flatow gratulierte. Von ihrer "Sonne" auch an Regentagen, Ehemann und Schauspieler Klaus Sonnenschein, wurde Edith Hancke gar besungen und bedichtet, und die 125-jährigen Berliner Philharmoniker entsandten mit Knut Weber einen ihrer Cellisten, der der 80-jährigen Liebhaberin klassischer Musik ein Ständchen brachte.

Das Geburtstagskind brachte seinem Publikum selbst auch ein Ständchen, sang "Wenn ich tot bin" von Friedrich Hollaender. Daran wollte gestern aber wohl nicht mal Edith Hancke glauben. Will sie doch noch lange spielen - uns und sich zur Freude. Der Opernstar Edda Moser gab zuguterletzt den richtigen Ton an - aus vollem Herzen besangen alle im Chor mit ihr die "Schlösser, die im Monde liegen".

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