Stadtleben : Ein Arzt wird König

G,a Bartels

Bela B.

muss es wissen: „Der Film ist ein Supermachwerk und echt lustig, viel lustiger als ich“, rief der Ärzte-Schlagzeuger im Kino International von der Bühne. Freitagabend präsentierte er hier die neue Berliner Kiezkomödie „Video Kings“. Anfang September kommt sie ins Kino, Bela B. spielt auch selber mit: den Punkrocker Thommy, der dauernd etwas Geklautes verticken will. Außerdem dabei: Fabian Busch und Wotan Wilke Möhring als die reichlich bekloppten, aber herzigen Verlierer Flo und Horst, die in Neukölln in einer verlotterten Videothek jobben. In Nebenrollen glänzen Oliver Korittke und Til Schweiger. Der chargiert im roten Strampelanzug mit schnalzenden gelben Gummihandschuhen als Putzmittelheld „Captain Red“.

Dass Schweiger zur Vorpremiere in Berlin nicht da war, kümmerte das aufgekratzte Jungvolk im Saal nicht die Bohne. Viele von ihnen sahen mit ihren Piercings, Tattoos und dunklen Klamotten eindeutig nach Ärzte-Fans aus. Klischee-Neuköllner waren keine darunter, aber auf der Kinoleinwand wurden sie begeistert belacht und bejubelt. „Wir wollten Kiezflair“, sagte Regisseur Ali Eckert, „und so ’ne Typenmischung gibt’s halt in Neukölln.“ Aber eigentlich könne der Berlin-Film auch in jedem anderen Kiez Deutschlands spielen. Das meinte auch Hauptdarsteller Fabian Busch, der als gebürtiger Berliner sogar mal in Neukölln gewohnt hat.

Das Geld für den krachigen, witzigen, aber auch schwer romantischen No-Budget-Film haben alle irgendwie zusammengekratzt. Gagen gab es keine. „Wir haben kein Geld für Plakatwände“, brüllte Ali Eckert von der Bühne. „Leute kommuniziert: Ihr seid unsere Plakatwände!“ Der Underground-Charme der Filmjungs mit den zerschlissenen Jeans kam bestens an. Und eine Chance, den eigenen Namen im Filmabspann zu sehen, gibt’s sonst auch nie. Hier schon. Einfach eine Mail an abspann@videokings.de schicken, sagt Bela B. Gunda Bartels

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