Stadtleben : Eine Party für 120 000 Gäste

Ein „Walk of History“ mit Straßenmalereien über die wechselvolle Geschichte des Potsdamer Platzes, Ausflüge in das unterirdische Versorgungszentrum des Viertels oder ein Gratis-Blick ganz oben vom Kollhoff-Hochhaus: Das alles gehört zum Programm des Tages der offenen Tür am Sonnabend, wenn der neue Potsdamer Platz seinen zehnten Geburtstag feiert. Mit bis zu 120 000 Besuchern rechnen die Gastgeber.

Die Daimler-City feiert Jubiläum. Daimler? Die SEB Asset Management, die das Viertel im Februar kaufte, hätte gerne, dass sich für das Quartier eine neue Bezeichnung auch international durchsetzt: „The Platz to be“, wie die Vorstandsvorsitzende Barbara Knoflach sagt. Das sei zwar stolprig, aber weltweit griffig und markant. „The Platz to be“ könne nur noch mit dem Londoner Piccadilly Circus und dem Broadway verglichen werden.

Einen unvergleichlichen, einmaligen Blick hinter die Kulissen des Potsdamer Platzes können Besucher von 9 bis 22 Uhr erhalten. Dabei öffnet sich erstmals auch die Technikzentrale an der Schelling-/Ecke Eichhornstraße. Die Vattenfall-Energiezentrale an der Stresemannstraße ist auch zu besichtigen, das Cinemaxx zeigt Berlinale-Kurzfilme und Wim Wenders’ Film „Der Himmel über Berlin“. Die Daimler-Kunst-Sammlung im alten Haus Huth ist geöffnet, Mercedes-Benz stellt im Atrium seines Bürohauses an der Eichhornstraße seinen modernsten Rennwagen aus, die Potsdamer-Platz-Arkaden bieten Kindern die Möglichkeit zum Pflastermalen, die Spielbank verteilt für Leute ab 18 Jahren „Überraschungspakete“ mit Gutscheinen. Auch eine Bühnenshow auf dem Marlene-Dietrich-Platz ist angekündigt, abends spielt die Band Monrose, die Blue Man Group Band tritt dreimal am Tag auf, es gibt Jazz, Pianomusik, Chansons und spätabends ein Feuerwerk mit Lasershow.

Die SEB will nicht nur feiern. Bis 2010 sollen alle Fassadenteile des Kollhoff-Hauses mit 14 Millionen Klinkersteinen „einzeln abgeklopft“ und saniert sein. Rund 10 Millionen Euro kostet das. Und sie will ein „Park & Fly“-Konzept umsetzen, mit dem man künftig am Potsdamer Platz günstig parken, einchecken und in 17 Minuten mit dem Zug „Airport-Express“ zum neuen Flughafen BBI rollen kann. Aber das ist Zukunftsmusik. Am Samstag werden erst einmal die vergangenen zehn Jahre gefeiert. C. v. L.

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