Einschulung : Tütenzauber

Zwischen freudiger Erwartung und weichen Knien: 24.500 Erstklässler wurden gestern eingeschult. Womit Eltern ihren Kindern den Anfang versüßten.

Schultüte
Was ist drin in der Tüte. -Foto: dpa

Jedem Kind hängte Gabriela Anders-Neufang einen Beutel mit einem Edelstein um den Hals. „Jeder Stein ist anders – so wie ihr auch“, gab die Schulleiterin der neuen Gemeinschaftsschule in Prenzlauer Berg ihren Schülern zur Einschulung mit auf den Weg. Berlinweit packten gestern 24 500 Kinder ihre Schultüten aus. 75 von ihnen besuchen die neue 42. Grundschule in der Gudvanger Straße 16, die bald nach Wilhelm von Humboldt benannt sein soll. Der Tagesspiegel hat die Erstklässler gefragt, was in ihren Schultüten steckt.

Emilia Kramm hört leidenschaftlich gerne Kassetten mit Bibi Blocksberg. Darum ist auf ihrer Schultüte eine Hexe drauf. Drinnen stecken eine Blockflöte, ein Fotoapparat, eine Turnhose und ein Oberteil für den Sportunterricht sowie ein Brustbeutel mit den ersten 50 Cent Taschengeld. Außerdem brannten ihre Eltern ihr eine CD mit Liedern von den Ärzten bis Blumfeld. Und jede Menge Popcorn gibt’s. „Damit bekommt man die Tüte gut gefüllt“, sagt Mutter Alexandra Kramm.

Leander Zerwer fährt total auf Piratengeschichten ab, besonders auf solche von „Käpt’n Sharky“. Drum ist seine blau-weiß gestreifte Tüte ganz im Seeräuberstil gehalten. Seine Eltern haben einen Wecker mit Haifischmotiven, Knetmasse, eine Arbeitsschürze mit Bildern von Hämmern und anderen Werkzeugen, Lernspiele und Knuddelbären, einen Füller sowie Zollstock und Absperrband hineingepackt. „Er liebt es, Baustelle zu spielen“, erklärt Leanders Mutter Grit Zerwer.

Gavin Steuck ist nicht der einzige Junge hier, der sich mit seiner Schultüte als Fußballfan bekennt. Torhüter in Aktion und Flaggen der EM-Teilnehmer zieren viele der Zuckertüten. Gavin darf sich aber sogar über einen echten Euro-Lederball freuen. Seine Eltern haben aber auch an kalte Herbst- und Wintertage gedacht. In der Tüte sind auch noch Gesellschaftsspiele wie „Vier gewinnt“ und „Schiffe versenken“, Spielkarten sowie Kaugummis, Lutscher und Überraschungseier.

Aus der Tüte von Josefine Schmitz lugt oben ein Plüschpony heraus. Das Mädchen liebt Pferde, und darum sind welche auf die neue Kulturtasche und ihr Haarband gestickt. Auch die Diddlmaus mag Josefine, und die ist auf ihrem Hausaufgabenheft und ihren Namensaufklebern zu sehen. Josefines Vornamen hat Mutter Charlotte Schmitz auf das neue Sport-T-Shirt gedruckt – und außerdem ganz besondere Süßigkeiten aus der Confiserie besorgt: Schokotäfelchen mit Märchenfiguren und Engeln.

Paavo Wolkau durfte seine Schultüte selbst mitgestalten. Den wald- und meerfarbenen Hintergrund hat er selbst gepinselt. Die lustigen Tiere wie den Waran auf Skiern und den Tiger auf einem Skateboard malten seine Eltern drauf. Außerdem packten sie Spielsachen hinein, über die sich Paavo lautstark freut: einen selbst genähten Tigerbären und ein Spielzeugauto. Außerdem gibt’s neue Stoppersocken und eine Dose, in der Paavo seine Milchzähne aufheben soll.

Leona Charlotte Horchs Tüte wurde von ihren Eltern stundenlang verschönert. Jetzt springt ein weißes Einhorn von der rosafarbenen Pappe. In diese sind Malstifte, ein Märchenmalbuch, ein Springseil, ein geblümter Gürtel samt Täschchen, eine Kuschelmaus, ein Stirnband und Brausepulver gefüllt. Weil Leona am Strand im Urlaub Muscheln so geheimnisvoll und schön fand,gaben die Eltern ihr außerdem ein Fundstück als Talisman mit in die Tüte.wek

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