Erholungspark Marzahn : Entree ins Paradies

Der Saal der Empfänge ist das neue Glanzstück im Orientalischen Garten des Erholungsparks Marzahn. Jetzt müsste nur noch Sheherazade im neuen "Saal der Empfänge" erscheinen, und das Märchen aus 1001 Nacht wäre perfekt.

Heidemarie Mazuhn
Marzahn
Marzahner Orient. Der Saal der Empfänge ist nach originalen Plänen errichtet worden. -Foto: Rückeis

Opulente Polster, kleine Ledersitze vor gehämmerten Messingtischchen, Säulen mit holzgeschnitzten Kapitellen aus duftendem Zedernholz, an den Wänden bunte Fliesen und in fünf Metern Höhe Licht aus einer Glaskuppel – jetzt müsste nur noch Sheherazade im neuen „Saal der Empfänge“ erscheinen, und das Märchen aus 1001 Nacht wäre perfekt. Besser: das Märchen aus 1001 Plattenbau. Denn der Saal der Empfänge vervollständigt den Orientalischen Garten, und der liegt in Marzahn.

Nur das Beste ist gut genug für den Bezirk, sagte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer bei der feierlichen Eröffnung des neuesten Glanzstücks im Erholungspark Marzahn. Das Gebäude vervollständigt das Ensemble des Orientalischen „Gartens der vier Ströme“ und ist eine Art Vorhof zum Garten Eden. Entspricht doch der durch „vier Ströme“ gegliederte orientalische Gartenraum symbolisch der Idee des Paradieses. In das sollen in Marzahn künftig die Besucher aus dem „Saal der Empfänge“ heraus gelangen, der sich gestern schon mal mit einem kleinen Empfang und orientalischen Imbiss als wunderbarer Ort für Feste und Bankette für etwa 200 Personen empfahl. Dies auch im Winter – der 324 Quadratmeter große Raum hat Fußbodenheizung.

Die war gestern nicht gefragt – die aktuelle Berliner Temperatur machte dem Orient alle Ehre. Und wie dort üblich, so wurde auch in Marzahn zur Eröffnung viel und blumig geredet. Die sommerlich behütete Marzahn-Hellersdorfer Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle beschrieb den Zustand des Glücks, in den sie der Saal versetze. Senatorin Junge- Reyer dankte dem Architekten Kamel Louafi und vor allem der spendablen Allianz Umweltstiftung. Die sei so vornehm, dass sie nicht mal den Betrag nannte, mit dem sie sich an den paradiesischen Zuständen in Marzahn beteiligte. Almuth Nehring-Venus, Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Wirtschaft wiederum freute sich über den neuen „Saal der Empfänge“, dessen Baukosten von 1,37 Millionen Euro zu 90 Prozent vom Land Berlin getragen wurden.

Das Investment soll sich auszahlen hofften gestern alle, auf dass nicht nur die Berliner rege nach Marzahn strömen mögen. Denn Berlin strebt die Zahl von 20 Millionen Übernachtungen jährlich an – und nicht wenige Touristen könnten es sich da auch mal in den „Gärten der Welt“ gut gehen lassen, wie der einmalige Mix aus orientalischem, balinesischem, japanischen und chinesischem Grün offiziell heißt. Seit kurzem vervollständigen auch Irrgarten und Labyrinth das Kunstwerk. Die Strecke dorthin entspreche der, die eine Kamel-Karawane pro Tag zurücklegen kann, ließ gestern die Stadtentwicklungssenatorin wissen.

„Gärten der Welt“ im Erholungspark Marzahn, Eisenacher Straße (S-Bhf. Marzahn, Bus 195), täglich ab 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit

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