Eröffnung in Kreuzberg : Raum für Kunst und Gemüse

Stephan Dau ist einer der bekanntesten Partyveranstalter Berlins – am Sonnabend eröffnet er in Kreuzberg eine Markthalle, in der man einkaufen, essen und Musik hören kann.

Jan Ludwig

Noch hallen die Schritte der Besucher durch die weiten, leeren Räume des alten Bahnhofs. Doch von diesem Wochenende an wird hier wieder großer Betrieb sein: Am Gleisdreieck in Kreuzberg eröffnet dann der vielleicht bunteste Wochenmarkt der Stadt.

Einkaufen, Essen und Musikhören an einem Ort – wer das in Berlin immer vermisst hat, könnte jetzt fündig werden. Die „Markthallen am Gleisdreieck“ sollen Musik bieten, Kunsthandwerk – und natürlich das obligate Obst und Gemüse.

Der Kreuzberger Eventmanager Stephan Dau hat das Markthallen-Projekt initiiert. Seit Jahren organisiert er Veranstaltungen in Berlin, unter anderem im Club „40seconds“. Während der Fußball-WM organisierte der 42-jährige Events in Südafrika. Von dort brachte er auch das Konzept für die Markthalle mit.

„Überall gibt es solche tollen Märkte, nur bei uns nicht“, sagt Dau. Als er durch die Gänge des Wochenmarktes „Old Biscuit Mill“, einer umgebauten ehemaligen Keksfabrik in Kapstadt flanierte und hier einen Trödelstand sah, da eine Live-Band und dort das Bio-Grünzeug, dachte er sich: „Los Angeles hat so einen Markt, Barcelona, London und Kapstadt. Warum nicht Berlin?“ Dau aktivierte seine Kontakte, mietete die Hallen des ehemaligen Postbahnhofs in der Luckenwalder Straße und kümmerte sich um Gaukler, Karaokestände und Gemüsehändler.

Nun ist alles für die Eröffnung am Samstag vorbereitet. Bis zu diesem Tag werden auch die Bauarbeiten vor dem Gleisdreieck beendet sein, die U-Bahn-Linien wieder durchfahren. „Eine neue Attraktion in Berlin“ soll der Lifestyle-Markt werden, sagt Dau.

Die Zahlen klingen beeindruckend: 2000 Parkplätze stehen den Besuchern zur Verfügung. Auf 7000 Quadratmetern in vier Hallen können Besucher ab Oktober an den Wochenenden trödeln, einkaufen und der Live-Musik lauschen. Kunst- und Antiquitätenhändler werden ebenso vertreten sein wie Stände mit Designerkleidung – alles in den historischen Bahnhofshallen. „Das hat einen Charme, den wird Berlin leben und auch lieben“, sagt Dau.

Auch kulinarisch sollen die Besucher auf ihre Kosten kommen – aber Döner oder Chinapfanne werde man bei ihm vergeblich suchen, sagt Dau. „Das Ganze soll im gehobeneren Kreuzberg-Stil bleiben.“ Was den Markt von anderen unterscheidet, sei die Eventgastronomie, sagt Dau. So wird der Fernsehkoch Kolja Kleeberg am Samstag schaukochen, und auch dem Starkoch Markus Semmler und seinen Kollegen wird man in Zukunft über die Schulter schauen können. Insgesamt zwölf Gastronomen kümmern sich um das leibliche Wohl der Gäste und präsentieren wechselnde internationale Gerichte.

In einer eigenen Halle findet die Kinderbetreuung statt, anspruchsvoll solle die sein, sagt Dau. Es soll Kasperletheater und eine Hüpfburg geben. „Wir wollen, dass die Kinder auch noch was lernen, wenn sie hier sind.“

Der Markt öffnet am 9. und 10. Oktober zunächst alle zwei Wochen, ab dem 9. November wöchentlich. Immer Sonnabend und Sonntag von 9-18 Uhr in der Luckenwalder Str. 4-6 in Kreuzberg. Der Eintritt ist frei.

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