Europas Jugend in Berlin : Töne, Bilder, Farben

Bei dem Europäischen Jugendtreffen in Berlin zeigen 300 junge Künstler zum Abschluss der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ihre Ideen zur Union.

Sebastian Rothe

Der Boden des Postbahnhofs am Ostbahnhof ist zurzeit übersät mit Reisekoffern. An ihnen hängen Plastiktüten, mit Helium gefüllt und in den Europafarben Blau und Weiß. „Was steckt wohl in den Koffern drin, die Ihr mitgebracht habt“, fragte Eva Sabine Kuntz vom Deutsch-Französischen Jugendwerk gestern Abend. Dreihundert junge Leute jubelten. Sie sind Künstler und kommen aus allen Ecken Europas, um mit Bildern, Installationen und Aktionen, mit Tanz und Musik ihre Vision von Europa darzustellen. Anlässlich des Abschlusses der deutschen EU-Ratspräsidentschaft wurden sie von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Europäischen Jugendtreffen eingeladen. Organisiert wird das Treffen von der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland und den Deutsch-Französischen und Deutsch-Polnischen Jugendwerken. Noch bis Donnerstag sind die Künstler zu Gast in Berlin. Gestern Abend wurden die Kunstprojekte eröffnet.

In den Backsteinhallen des Postbahnhofs wurde gestern in allen europäischen Sprachen geplaudert, gescherzt und gelacht. In allen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union konnten sich Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren unter dem Motto „Chancen für junge Menschen, in Europa zu lernen, zu arbeiten und zu leben“ mit einem Beitrag bewerben. Ausgewählt wurden etwa zehn Teilnehmer pro Land und 30 junge Künstler aus Deutschland.

Allzu lang sollte die künstlerische Eröffnungsfeier gestern Abend aber nicht gehen, denn heute sollen sich alle bereits um acht Uhr zum Frühstück treffen, danach beginnen die Workshops, in denen die jungen Künstler gemeinsam das Abschlussprogramm des Treffens erarbeiten. Dies wird am Donnerstagnachmittag im Park des Bundeskanzleramts stattfinden. Themen sind unter anderem Mobilität, Sprache und der Dialog zwischen den Kulturen.

Bundeskanzlerin Merkel betonte in ihrem Grußwort den besonderen Reiz, sich mit Europa künstlerisch auseinanderzusetzen. „Hier zeigt sich der Reichtum und die Vielfalt europäischer Kultur.“ Als diejenige Generation, so Merkel, die wie keine andere die Chancen Europas nutzen könne, wären junge Menschen aufgerufen „diese Möglichkeiten auch für zukünftige Generationen zu wahren und auszubauen“. Töne, Bewegungen, Bilder und Farben würden dabei eine eigene Sprache sprechen und bräuchten keinen Dolmetscher.

Sebastian Rothe

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