Eurovision Song Contest : Alles wegen Lena

Im Internet sammeln sich schon die Anhänger von Berlin als Austragungsort des Eurovision Song Contest.

Foto: ddp
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Im Internet ist man sich über den Austragungsort des nächsten Grand Prix schon einig: „Das ist doch überhaupt keine Frage… Berlin! Alles andere wäre peinlich.“ So oder so ähnlich lauten die Einträge auf der neuen Facebook-Seite „Eurovision Song Contest 2011 nach Berlin“. Seit Sonntagmittag ist sie online, mehr als 3000 Anhänger haben sich auf ihr bereits registriert – und damit deutlich mehr als zum Beispiel auf einer ähnlichen Seite für Hamburg.

Initiator der Aktion ist der 29-jährige Florian Widmann, und er ist, was viele vielleicht verwundern mag, gebürtiger Münchner. Vor fünf Jahren ist er hierher- gezogen, um Medienmanagement zu studieren. Und weil ihm die Stadt so gut gefällt, setzt er sich nun für Berlin als Austragungsort ein. Seine Argumente? Das internationale Flair. Und die Begeisterung der Berliner für Großereignisse. Die Idee zu der Facebook-Seite kam ihm unmittelbar nach Lena Meyer-Landruts Sieg in der Nacht zu Sonntag. Mit Freunden hatte er die Veranstaltung geguckt, und als Deutschland als Sieger feststand, da wurde in der geselligen Runde schnell die Frage diskutiert, wo der Gesangswettbewerb im kommenden Jahr denn steigen könnte. „Mit unserer Fanseite wollen wir möglichst viele Menschen für Berlin begeistern“, sagt Widmann. Er will die Stadt in ihrer Bewerbung unterstützen, ohne kommerzielle Interessen.

Chancen auf die Ausrichtung des Eurovision Song Contests (ESC) rechnen sich auch Hamburg, Hannover und Köln aus, ebenso haben sich Städte wie Düsseldorf und Gelsenkirchen eingebracht. Jedoch glaubt Christian Tänzler von der Berlin Tourismus Marketing GmbH, dass viele Kriterien für Berlin sprechen. Unter anderem die lange musikalische Tradition sowie die gute Infrastruktur. Außerdem sei ein Großteil der deutschen Musikbranche hier angesiedelt. Und die O2-World hat bereits ihre Fernsehtauglichkeit bewiesen. 2009 wurde hier der Musikpreis Echo verliehen, der im Ersten übertragen wurde und zu dem zahlreiche nationale und internationale Musikstars angereist waren.

Feststehen wird der Veranstaltungsort wohl erst in einigen Wochen. Nach Auskunft des für den ESC verantwortlichen NDR muss sich der Sender erst mit der Europäischen Rundfunkunion in Genf abstimmen und zahlreiche Punkte prüfen. Geklärt werden muss etwa, welche fernsehtaugliche Halle in welcher Stadt für etwa sechs Wochen im April und Mai 2011 verfügbar ist und zu welchem Preis. Gesucht wird nach einer Lösung, die kostengünstig ist. Die Übertragung des weltweit größten Musikwettbewerbs soll am 21. Mai stattfinden. Das Datum stand bereits vor Lenas Sieg fest – doch muss der Termin der „internationalen Show“ aus ARD-Sicht verschoben werden. Das Erste ist an diesem Abend bereits rechtlich eingebunden, um das „nationale Ereignis“ DFB-Pokalfinale zu übertragen.

Im Internet formieren sich jedoch nicht nur die Wünsche über den Austragungsort des Grand Prix, sondern auch für den Moderator: Tausende Menschen wollen Hape Kerkeling. Bei Facebook gibt es beispielsweise die Gruppe „Hape for Eurovision Song Contest Moderator 2011!“. Der TV-Entertainer war in diesem Jahr Chef der „German National Jury“ und präsentierte Deutschlands Punkte live aus Hamburg. „Über die Moderation werden wir entscheiden, wenn das inhaltliche Konzept der drei ESC-Sendungen steht, also der zwei Halbfinales und des großen Finales“, sagte die NDR-Sprecherin.

Immerhin ein „Song Contest“ wird in Berlin auf jeden Fall gefeiert: Bereits zum dritten Mal wird das musikalische Kräftemessen der Bundesländer in Berlin stattfinden. Am 1. Oktober kommt Stefan Raabs Grand Prix der Bundesländer in die Max-Schmeling-Halle, wie der Sender ProSieben am Dienstag mitteilte. 16 Bands aus den 16 Bundesländern gehen beim „Bundesvision Song Contest“ an den Start. Jeder Beitrag muss zumindest zu 50 Prozent auf Deutsch gesungen sein. Mit seinem Sieg 2009 holte Peter Fox („Schwarz zu blau“) den Wettbewerb in seine Heimat Berlin. hey/jbh

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