Feiern am Wochenende : Technopartys - das Duell der DJs in Berlin

Techno-Jünger haben es am Wochenende schwer: Am Flughafen Tempelhof legen Marusha und Westbam auf, in der Wuhlheide Paul Kalkbrenner.

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Tanzen statt fliegen. Schon der erste „Berlin Summer Rave“ im ehemaligen Flughafen Tempelhof war ein Erfolg.
Tanzen statt fliegen. Schon der erste „Berlin Summer Rave“ im ehemaligen Flughafen Tempelhof war ein Erfolg.Foto: dpa

Die Nachfrage ist groß, und sie ist sogar noch gestiegen. Über 15 000 Tickets sind für den „Berlin Summer Rave“ am Sonnabend bereits verkauft worden, das sind jetzt schon 3000 mehr als im Vorjahr. Und die Veranstalter rechnen mit bis zu 5000 weiteren Technofans, die sich spontan für einen Besuch entscheiden und zum Flughafen Tempelhof kommen werden, um Stars wie Marusha, Westbam und Bad Boy Bill auflegen zu sehen und zu hören.

Schon vor einem Monat, als die Organisatoren auf einer Pressekonferenz in einem Hotel in Friedrichshain für die Veranstaltung warben, gab sich Westbam, der bürgerlich Maximilian Lenz heißt, sicher: „So viele Leute kriegt man in Berlin nicht alle Tage zusammen.“ Und tatsächlich ist der Summer Rave, der zum zweiten Mal stattfindet, eine der größten Technopartys der Stadt, seit diese vor vier Jahren von der Loveparade verlassen wurde. In drei Hangars wird gefeiert, zudem werden DJs auf einer Freifläche unter dem Vordach auflegen. Eine Million LED-Lichter sollen die Tanzflächen in stimmungsvolles Licht tauchen, knapp 1000 Meter Kabel sind verlegt worden.

Es sei „erleuchtend“ zu sehen, dass die Fans offenbar sehnlich auf eine Veranstaltung wie den Berlin Summer Rave gewartet haben, sagt Westbam. Dass Jung und Alt zusammenkommen, Undergroundclubgänger wie Großraumdiskothekenbesucher, um sich den Beats im Stroboskoplicht hinzugeben. Für ihn ist es ein besonderes Gefühl, in Tempelhof aufzutreten – der stillgelegte Flughafen sei eine „authentische Location“. Vor 14 Jahren legte er zum ersten Mal hier auf, an den Abend kann er sich noch genau erinnern, denn als er nach seinem Set nach Hause fuhr, lief in den Nachrichten die Meldung vom Tod Prinzessin Dianas.

Das Line-up, der Ort, die Vorfreude – alles spricht dafür, dass der Rave ein Erfolg wird. Nur einer macht den Künstlern und Organisatoren einen Strich durch die Rechnung, einer aus den eigenen Reihen: Paul Kalkbrenner. Der Technostar spielt ebenfalls am Sonnabend, auf der Kindl-Bühne in der Wuhlheide stellt er sein Album „Icke wieder“ vor. Und weil die Veranstaltung in kürzester Zeit ausverkauft war, wiederholt er sie einen Tag später an selber Stelle. Marusha versucht, den Konkurrenzkampf gelassen zu sehen: „In Berlin gibt es genug Platz für alle.“

Armin Mostoffi klingt da etwas angespannter, wenn man ihn auf Paul Kalkbrenner anspricht, den Mann, der mit dem Film „Berlin Calling“ und dem dazugehörigen Soundtrack berühmt geworden ist und der nun die junge Techno-Generation repräsentiert. „Wir merken schon, dass es Überschneidungen gibt“, sagt Mostoffi, der für den Summer Rave die Künstler gebucht hat, Größen wie Lützenkirchen, Tom Novy, Da Hool und Tok Tok. Deshalb sollen nach dem Kalkbrenner-Konzert Shuttlebusse von der Wuhlheide nach Tempelhof fahren – für alle, die danach weiterfeiern wollen.

Der Einlass beim Summer Rave erfolgt diesmal über den Haupteingang und nicht wie im vergangenen Jahr über den Columbiadamm. 170 Security-Mitarbeiter werden zur Sicherheit der Besucher im Dienst sein. Sie sollen unter anderem dafür sorgen, dass sich die Besucher vor den Hangars nicht stauen wie im September beim Berlin Festival. Damals brachen die Veranstalter das Programm vorzeitig ab, weil sie eine Massenpanik fürchteten. So weit soll es beim Summer Rave nicht kommen.

Beginn um 19 Uhr. Karten an der Abendkasse: 24,99 Euro. Infos: www.berlin-summer-rave.de

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