Feinstaub : Öfen und Kamine müssen sauberer werden

Wer mit Holz heizt, schützt das Klima - aber verdreckt die Luft. Deshalb will die Bundesregierung nun Grenzwerte für den Feinstaub-Ausstoß einführen. Alte Kachelöfen sollen von der Regelung aber ausgenommen werden.

Tim Klimeš
Ofen
Heimelige Umweltsünder. Das Umweltministerium will den Feinstaubausstoß von Holzöfen eindämmen. -Foto: dpa

Berlin - Wer mit Holz heizt, schützt das Klima. Und verdreckt die Luft. Jüngst veröffentlichte Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen, dass Brennholzöfen die Feinstaubemission in Deutschland verstärken. Während im Jahr 2004 auf deutschen Straßen rund 22 500 Tonnen Feinstaub in die Luft geblasen wurde, verschmutzten so genannte Holzfeuerungsanlagen im gleichen Zeitraum die Luft durch 24 000 Tonnen der gesundheitsschädlichen Partikel. Tendenz steigend, denn schon seit längerem steigen die Verkaufszahlen der so genannten „Komfortfeuerstätten“ – Öfen, die laut Umweltbundesamt „eher der Behaglichkeit als der Wärmeerzeugung dienen“. Nach Schätzungen gibt es davon bundesweit mittlerweile rund 14 Millionen.

Um der Verschmutzung Herr zu werden, plant die Bundesregierung nun eine Novelle der Immissionschutzverordnung. Nach Inkrafttreten soll für Heizöfen ein Feinstaubgrenzwert von 100 Milligramm gelten. Ab 2015 soll dann der Grenzwert auf 40 Milligramm sinken – aber nur für ältere Öfen, die vor dem 1. Januar 1975 zuletzt auf ihre technische Funktionsfähigkeit überprüft wurden. Alle weiteren Öfen dürfen ab 2025 keinen Schadstoffausstoß von mehr als 40 Milligramm haben. Für die ebenfalls weit verbreiteten Holzpelletöfen werde ein Grenzwert zwischen 30 und 40 Milligramm ab Inkrafttreten des Gesetzes und ein Wert zwischen 20 und 30 Milligramm ab 2025 angestrebt, sagt Anja Behnke vom Umweltbundesamt. Ausgenommen werden sollen lediglich historische (Kachel-)Öfen, die vor 1950 errichtet wurden, private Kochherde und offene Kamine – da letztere nur gelegentlich betrieben würden. Derzeit ist das Vorhaben noch ein Referentenentwurf. Doch nach Auskunft des Umweltbundesamtes soll bereits im Januar das Kabinett darüber abstimmen. Anschließend müssten Bundestag und Bundesrat zustimmen.

Um die Schadstoffwerte des eigenen Ofens zu bestimmen, reicht oft ein Blick in die Beschreibung des Herstellers. Zusätzlich kann der Schornsteinfeger eine Typenprüfung am Gerät vornehmen. Die Kosten dafür dürften sich im Rahmen der derzeitigen „normalen Staubmessung“ bewegen – gegenwärtig rund 100 Euro. Ist die Emission zu hoch, muss aufgerüstet werden. Im Moment kostet der Filter für die gängigsten Öfen rund 1200 Euro. Zum Vergleich: Ein Ofen, der schon jetzt den Schadstoffrichtlinien entspricht, ist zwischen 500 und 700 Euro zu haben.

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