Fernando Botero : "Hier kommt die Kunst zu den Menschen"

Fernando Botero stellt zum ersten Mal in Berlin aus - und hofft, dass eine Skulptur in der Stadt bleibt.

Herr Botero, Sie waren kürzlich in Berlin, um die Aufstellung der Skulpturen vorzubereiten. Wie wirkte die Stadt auf Sie?

Ich war schon öfter in Berlin, auch als die Stadt noch geteilt war. Mein Eindruck heute ist, dass Berlin sehr lebendig, dynamisch und attraktiv ist. Die Stadt boomt, sie gefällt mir ausgezeichnet.

Sie werden 16 Skulpturen aufstellen. Warum haben Sie den Lustgarten gewählt?

Mir hat dieser Platz so gut gefallen, weil er so zentral und gleichzeitig so schlicht ist mit seinen Rasenflächen. Wir stellen 15 Skulpturen auf. Eine – und zwar ein Pferd – kommt vor das Brandenburger Tor.

Sind alle Skulpturen schon fertig?

Das Pferd vor dem Brandenburger Tor – das habe ich für Berlin neu geschaffen. Die Skulptur ist bereits gegossen, jetzt wird ihre Oberfläche poliert und mit Patina versehen. Ich habe in meinem Leben insgesamt etwa 40 verschiedene monumentale Bronzeskulpturen geschaffen, einige der in Berlin gezeigten Kunstwerke sind bereits zehn bis 15 Jahre alt. Jede Skulptur braucht von der Idee bis zur Fertigstellung etwa ein Jahr. Das ist eine sehr aufwendige und enorm anstrengende Arbeit.

Was wünschen Sie sich von den Berlinern?

Ich hoffe sehr, dass die Leute meine Kunst mögen. Sie hat keine politische oder soziale Botschaft. Mir geht es allein darum, den Menschen eine Freude zu machen mit der Schönheit und der Harmonie der Formen. Normalerweise gehen die Leute in ein Museum, um Kunst zu sehen. In diesem Falle ist es anders herum: Hier kommt die Kunst zu den Menschen, auch solchen, die normalerweise nicht ins Museum gehen. Meine Skulpturen stehen in Paris auf dem Champs-Elysées, in New York in Manhattan oder in Florenz – an diesen Kunstwerken gehen jeden Tag Tausende vorbei und schauen sie an.

Paris, New York, Madrid und andere Städte haben eine Skulptur. Hoffen Sie, dass eines Ihrer Werke auf Dauer bleibt?

Das wäre fantastisch. Ich habe bislang 19 Ausstellungen dieser Art gemacht – auf der ganzen Welt. Die Präsentation in Berlin ist die 20. – also ein kleines Jubiläum.

Werden Sie die Aufstellung der Plastiken selbst überwachen.

Ich komme am 20. September nach Berlin. Dann arbeiten wir fünf Tage, um alle 16 Skulpturen aufzustellen.

Können die Berliner Sie dort treffen?

Natürlich, sehr gerne. Ich bin da und arbeite.

Interview: Martin Gehlen

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