Stadtleben : Festival für den Tunnelblick Bis Dienstag laufen in der U-Bahn wieder Kurzfilme

Vom hessischen Parteienstreit geht es direkt zum günstigen Grillteller: Im U-Bahn-Fernsehen wechseln sich Schlagzeilen und Werbebotschaften ab – fast das ganze Jahr über. Aber von heute bis zum Dienstag, dem 5. Februar, verwandeln sich die Monitore des „Berliner Fensters“ wieder einmal in die kleinsten Kinoleinwände der Welt. Und täglich anderthalb Millionen Fahrgäste können wieder den Part der Jury beim Kurzfilmfestival „Going Underground“ übernehmen.

Schon zum siebten Mal flimmern höchstens 90 Sekunden lange Produktionen über die Bildschirme. Filmemacher aus 51 Ländern reichten 432 Beiträge ein, aus denen die Veranstalter 14 ausgewählt haben. Bis Anfang kommender Woche laufen jeweils vier Wettbewerbsfilme 80 Mal am Tag auf den fast 4000 U-Bahn-Monitoren. BVG-Kunden können sich so während der Fahrt zum Beispiel über das verrückte Comic- Hündchen in „Walk The Dog“ amüsieren. Ralph Ruthes Cartoon ist einer von fünf deutschen Beiträgen in der Konkurrenz, zwei stammen aus Taiwan, der Rest aus Österreich, Griechenland, Russland, England, Schweiz, Schottland und den Niederlanden.

In den Nächten zu Sonnabend und Sonntag zeigen die „Berliner Fenster“ alle 14 Beiträge nonstop in den „Underground Nights“. Auch an den anderen Tagen mutieren die Bahnen für je zwei Stunden zum fahrenden Kino. Zu täglich wechselnden Zeiten sind ebenfalls alle Beiträge hintereinander zu sehen, Nachrichten und Reklame haben Sendepause.

Im Internet können die Berliner unter www.goingunderground.de über den besten Film abstimmen. In den vergangenen Jahren gaben durchschnittlich 16 000 Menschen ihr Votum ab. Die Sieger werden am Mittwoch, 6. Februar, ab 20 Uhr im Fritz Club im Postbahnhof ausgezeichnet. Tickets kosten zwölf Euro und sind an den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. wek

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