Festival of Lights : Lichter der Großstadt: Auch der BBI lädt in der Nacht ein

Beim Festival of Lights werden zwölf Tage lang 56 Orte der Stadt illuminiert. Im Vorjahr kamen eine Million Menschen und bewunderten die strahlende City.

Philip Gursch,Nana Heymann
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Foto: ddp

Die Probe verlief schon mal vielversprechend. 244 LED-Spots ließ Lichtdesigner Andreas Boehlke vor ein paar Tagen am Funkturm anbringen, jeder Spot mit einer Strahlkraft von 30 Watt. Als die Helfer das Licht anschalteten, war der 43-Jährige begeistert. „Ich befand mich relativ weit entfernt vom Turm – und trotzdem war die Illumination schon bei Tageslicht sehr gut zu erkennen.“ Der Effekt wird sich verstärken. Denn am morgigen Mittwoch beginnt das fünfte Festival of Lights. Dabei werden neben dem Funkturm 55 weitere Sehenswürdigkeiten in neuem Licht erstrahlen – täglich zwischen 19 und 24 Uhr, zwölf Tage lang, bis zum 25. Oktober.

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Funkturm und ICC. -Foto: Mike Wolff

„Wir möchten zeigen, wie gewohnte Orte der Stadt auch anders gesehen werden können, und wir möchten Licht erlebbar machen“, sagt Veranstalter Siegfried Helias von der City Stiftung Berlin. 2004 fand das Festival of Lights zum ersten Mal statt. Die Stiftung rief damals einen Lichtwettbewerb aus, bei dem Studenten den Kurfürstendamm zum Leuchten bringen sollten. Daraus entwickelte sich die Idee, das Lichterfestival fest im herbstlichen Veranstaltungskalender der Stadt zu verankern – mit Erfolg. Denn seither wächst das Projekt Jahr für Jahr. Nach Angaben des Veranstalters kamen 2008 mehr als eine Million Menschen, um die 48 illuminierten Orte zu bestaunen.
 

Festival of Lights 2009
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1 von 13Foto: ddp
15.10.2009 09:20

Neu im diesjährigen Programm sind unter anderen das Alte Stadthaus am Molkenmarkt, das Aquarium am Zoo, das Kraftwerk Rummelsburg und der Bahnhof Alexanderplatz. Zentrum des Festivals ist das Dom Aquarée. Hier findet morgen die Eröffnungsfeier statt. Außerdem werden 20 nationale und internationale Lichtkünstler ihre leuchtenden Exponate ausstellen.

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Rotes Rathaus Foto: Mike Wolff

Mitorganisator Andreas Boehlke hat mehr als 3500 Strahler in der ganzen Stadt aufgestellt und mehrere tausend Meter Kabel verlegt. Er führt auch Regie. Denn die Illumination erfolgt nach einem ausgeklügelten Konzept: In welchem Licht das jeweilige Objekt erstrahlt, hängt von den Baumaterialien ab, aus denen es besteht. Die Sandsteinfassade des Brandenburger Tors erfordert beispielsweise warmes Licht, die kühle Metallkonstruktion des Hauptbahnhofes hingegen kaltes. Und bei Bauten mit einer auffälligen Oberflächenstruktur müssen die Strahler sehr dicht platziert werden. „Dadurch ergibt sich eine wunderbare Struktur“, sagt Andreas Boehlke.

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Reichstag. -Foto: dpa

Den Vorwurf, dass während der Festival-Zeit Strom unnötig verschwendet wird, weisen die Veranstalter zurück. „Jedes Gebäude hat ohnehin eine Grundbeleuchtung, wir deckeln das einfach um“, sagt Andreas Boehlke. Er verweist darauf, dass beim Festival ausschließlich LED-Spots und Kompaktleuchtstoffe verwendet werden. Und außerdem nur Öko-Strom des Anbieters Entega. Die Kosten würden ausschließlich von der Stiftung und Sponsoren getragen. Für das Land Berlin entstünden keine Kosten, betont Siegfried Helias. Er plant, nächstes Jahr auch das Umland stärker einzubinden und einen Lichtring um Berlin zu ziehen.

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Hamburger Bahnhof Foto: Mike Wolff

Aufgerufen sind diesmal auch alle Berliner: Sie können sich auf der Internetseite www.sei.berlin.de mit selbstgetexteten Sprüchen bewerben. Insgesamt 800 sollen ans Brandenburger Tor projiziert werden. Knapp 200 Botschaften wurden bereits eingereicht. Eine Bewerberin wünscht sich den Satz: „Sei curry, sei Wurst, sei Berlin.“

Am Sonnabend, den 17. Oktober, laden 22 beleuchtete Gebäude von 19 bis 24 Uhr zur Nacht der offenen Türen. Bei den teils kostenpflichtigen Programmen können nächtliche Blicke hinter die Kulissen geworfen und ungewöhnliche Orte besucht werden. Zum Beispiel kann man den künftigen Großflughafen BBI in Schönefeld in einem Meer aus Lichtern besuchen. Auch das ARD-Hauptstadtstudio an der Wilhelmstraße öffnet seine Türen für Führungen von 17 bis 21 Uhr. An der Stralauer Allee 2 kann man sein Golf-Handicap bei nächtlichem Flutlicht verbessern. Das Unternehmen BVB bietet anlässlich des Festivals ab Freitag zweistündige Stadtrundfahrten an. Abfahrt ist 18.30 Uhr am Ostbahnhof und 19 Uhr am Café Kranzler. Telefonische Reservierungen: 68 38 91 80. Preis: 15 Euro. Tsp

Mehr Details im Internet unter: www.festival-of-lights.de  

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