Festsaal Kreuzberg : Rock 'n' Rostock gegen Rechts

Kein Bock auf Thor Steinar: Am Donnerstag spielen Jennifer Rostock und vier weitere Bands im Festsaal Kreuzberg - gegen Nazikleidung und rechten Lifestyle.

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Die Band Jennifer Rostock. Foto: Promo
Die Band Jennifer Rostock.Foto: Promo

Indie-Rock, Pop-Punk, Elektro-Pop – es gibt viele Beschreibungen für den Musikstil von Jennifer Rostock. Vielleicht ist es auch gerade die ungewöhnliche Mischung von elektronischen Beats, deutschen Texten und harten Gitarrenriffs, die die Band so erfolgreich gemacht hat. Am Donnerstag spielen die Berliner um Sängerin Jennifer Weist ihr erstes Konzert des Jahres und das ohne Gage für einen guten Zweck. Insgesamt fünf Bands treten an diesem Abend unter dem Motto „Gegen Nazikleidung und rechten Lifestyle“ im Festsaal Kreuzberg auf. Die Einnahmen gehen an die Jugendkampagne „Kein Bock Auf Nazis“, die über rechtsextreme Symbole und in der Naziszene beliebte Marken wie „Thor Steinar“ aufklärt.

Gefährlich sei vor allem neue Nazimode, „die nicht mehr offensiv krasse Symbolik zeigt, sondern ‚jedermanntauglich’ daherkommt“, sagt Weist. Schon mehrfach hat die Gruppe sich mit Benefizkonzerten gegen Rechtsextremismus und Rassismus eingesetzt. Auch bei der "Zeit Online"-Aktion "Störungsmelder auf Tour" haben sich die Musiker beteiligt.

Ursprünglich stammt die bis zum Hals tätowierte Weist aus Mecklenburg-Vorpommern. So durfte die Gruppe 2008 bei Stefan Raabs Bundesvisionscontest für das Bundesland antreten, obwohl alle Bandmitglieder inzwischen schon in Berlin wohnten. Der Fernsehauftritt bescherte ihnen viele neue Fans und Platz 31 der deutschen Albumcharts. Seither füllen sie nicht nur in Deutschland die Klubs. Im Laufe dieses Jahres soll das dritte Album der Band erscheinen.

Organisiert haben das Konzert gegen Rechts die Wahlberliner von der Punkband Radio Havanna, die an dem Abend auch auf der Bühne stehen werden. Sie hoffen, dass nach der Räumung des Thor Steinar-Ladens in Mitte vor wenigen Monaten auch bald die letzte Filiale der Marke im Bezirk Friedrichshain verschwindet. „Wir wollen mit diesem Benefizkonzert das Problem Nazikleidung weiter in das öffentliche Bewusstsein rücken“, sagt Gitarrist Oliver Arnold. Gerade war die früher in Thüringen ansässige Band mit den US-Rockern von Sum41 auf Tour. Weitere Bands am Donnerstag sind Stakeout, Not Called Jinx und Kafkas.

Beginn 20 Uhr, Festsaal Kreuzberg, Abendkasse 10 Euro.
Karten und weitere Infos unter: www.stopptnazikleidung.de


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