Film : Schau auf die Perspektive

Im Windschatten der Berlinale: Dennis Quaid stellt seinen neuen Film „8 Blickwinkel“ vor.

Laura Wieland
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Dennis Quaid warb für seinen neuen Film. Mit der Berlinale hatte das Werk jedoch nichts zu tun. -Foto: dpa

Die Stones, Penelope Cruz und Madonna sind zwar längst abgereist, aber noch kann man vom Glanz der Berlinale profitieren. Kurz vor der Bären-Verleihung lud gestern Nachmittag ein Gast aus Hollywood zum Pressegespräch ein: Im Ritz-Carlton präsentierte Dennis Quaid seinen neuen Film „8 Blickwinkel“, der am 28. Februar in die Kinos kommt. Offiziell bei der Berlinale war der Schauspieler zuletzt im Jahr 2005. Er war bereits mehrmals zu Besuch in Berlin – vor, während und nach der Wende. „Ich habe sogar selbst mit einem Hammer ein Stück aus der Mauer geschlagen“, erzählt er.

Auch Schauspielkollege Matthew Fox war am Wochenende eingeflogen, um über den Film zu sprechen, Eiswürfel kauend – gegen den Kater. Mit zu vielen Gin Tonics habe er die Nacht zuvor im Mitte-Club „Weekend“ gefeiert. Später wolle er im „Goldenen Hahn“ speisen, einem Kreuzberger Restaurant, in dem er schon öfter zu Gast war. Denn vergangenen Sommer drehte Fox drei Monate lang in Babelsberg „Speed Racer“.

Im aktuellen Polit-Thriller spielen Quaid und Fox zwei US-Geheimdienstagenten. Sie sollen den Präsidenten der Vereinigten Staaten während eines Gipfeltreffens in Spanien beschützen, der entscheidend sein soll für den gemeinsamen Kampf gegen den Terror. Bei der Konferenz soll eine Strategie gefunden werden, um den Krieg gegen den Terror ein für allemal zu beenden. Doch als der Präsident ans Podium tritt, überstürzen sich die Ereignisse. Es fallen Schüsse auf den Staatschef, eine Bombe explodiert in der Menschenmenge. Massenpanik, Chaos entsteht und mittendrin stehen acht Augenzeugen mit jeweils verschiedenen Versionen der Wahrheit. Aber es kann nur eine Wahrheit geben, oder?

Für den Regisseur Pete Travis bot der Film die Möglichkeit, das Konzept der „einen Wahrheit“ zu erforschen. Dafür habe er sich unzählige Male den Filmklassiker „Rashomon“ von Akira Kurosawa angeschaut. In dem Film, der 1952 auf der Berlinale lief, hatte der japanische Regisseur gezeigt, wie sich eine Geschichte aus gegensätzlichen Perspektiven erzählen lässt. Auch „8 Blickwinkel“ handelt von der sehr subjektiven Weise, wie jeder von uns die Welt sieht. Quaid zufolge funktioniert der Film wie ein Puzzle: „Wenn man eines der Teile weglässt, sieht man nicht das ganze Bild.“

Die Dreharbeiten in Mexiko-Stadt seien bei mehr als 2000 Meter Höhe körperlich ziemlich anstrengend gewesen. Als Held des Filmes habe er zwar nur 17 Zeilen Dialog, aber jede Menge Action-Szenen zu bewältigen gehabt: „Es fallen Schüsse, Bomben gehen hoch, und es gibt eine grandiose Verfolgungsjagd mit dem Auto“, erzählt er.

Quaid verkörpere den typisch amerikanischen Helden, so Travis, spätestens seit „Der Stoff, aus dem die Helden sind“ (1983). Das habe er schon immer an ihm gemocht. „Er ist ein altmodischer Filmstar – hart im Nehmen, aber verletzlich“, sagt der Regisseur. „Er erinnert mich an Gary Cooper.“

Die Agentenrolle habe mehr Spaß gemacht, findet Quaid, denn „der Präsident wird immer einfach in den Rücksitz eines Autos geschoben.“ Er muss es wissen. In der Komödie „American Dreamz“ spielte Quaid einen US-Präsidenten, der nach einem harten Wahlkampf kurz vor dem Nervenzusammenbruch steht. Zum aktuellen amerikanischen Wahlkampf sagt er lediglich, er habe sich noch nicht für einen der Kandidaten entschieden. 1999 habe er ein entspanntes Wochenende mit Bill Clinton verbracht. Hillary sei aber verreist gewesen.

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