Filmpremiere : Lena macht die Schildkröte

Die Grand-Prix-Siegerin Lena stellt am Sonntag den Film „Sammys Abenteuer“ vor. Sie spricht darin ein gepanzertes Reptil.

Jan Ludwig
Blitzbesuch. Lena Meyer-Landrut hätte den Grand-Prix-Titel gerne in Berlin verteidigt.
Blitzbesuch. Lena Meyer-Landrut hätte den Grand-Prix-Titel gerne in Berlin verteidigt.Foto: dapd

Staraufgebot am Alexanderplatz – nichts Besonderes? Doch: Denn die Hauptrollen haben ausnahmsweise nicht die Schauspieler, sondern die Synchronsprecher. „Sammys Abenteuer – Die Suche nach der geheimen Passage“ heißt der im Original belgische Animationsfilm von Ben Stassen. Die Riege der deutschen Synchronsprecher ist prominent besetzt: Lena Meyer-Landrut, Matthias Schweighöfer und Axel Stein leihen den Hauptfiguren ihre Stimme. Am Sonntag kamen die drei Stars zur Premiere ins Cubix-Kino am Alexanderplatz.

Ein paar Stunden vorher sitzt Lena neben Axel Stein im Hotel de Rome am Bebelplatz und beantwortet Fragen im Akkord. Beide sind – wen wundert es, bei einem solchen Interview-Marathon – ziemlich auf Nonsens aus. Bekanntermaßen ist Lena Berlin-Liebhaberin. Die Entscheidung, den Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf stattfinden zu lassen, scheint sie sichtlich nicht zufriedenzustellen – aber sagen wird sie das natürlich nicht. „Nein, Düsseldorf ist eine schöne Stadt. Sie gefällt mir sehr gut, aber ich hätte es lieber, wenn sie mitten in Berlin läge“, sagt sie lachend. Lena hatte sich im Vorfeld der Entscheidung für Berlin ausgesprochen, liebäugelte auch mit einem Umzug in die Hauptstadt.

Die Zusage für die Synchronisation des Films, in der sie die weibliche Hauptrolle spricht, hatte sie schon vor dem Eurovision Song Contest in Oslo gegeben. „Ich hatte tierisch Bock auf den Film. Deshalb habe ich’s gemacht.“ Der Ausflug ins Synchrongeschäft wird allerdings auf absehbare Zeit einmalig bleiben. „Im Moment steht die Musik an erster Stelle, und das wird auch noch mindestens bis Mai oder Juni nächsten Jahres so bleiben.“ Dann nämlich wird sie ihre Tournee abgeschlossen haben. In neun deutschen Städten tritt Lena im April 2011 auf – sie hat sich einige der größten Hallen Deutschlands ausgesucht. Jetzt wird sie erst einmal andere Säle füllen: Am 28. Oktober startet der Streifen in den Kinos.

Die Geschichte des Films: Sammy, eine scheue Meeresschildkröte, sucht verzweifelt nach seiner großen Liebe Shelly – die er nur ein einziges Mal kurz nach seinem Schlüpfen aus dem Schildkrötenei gesehen hat. Sammy sucht sie, findet und verliert sie wieder aus den Augen, sucht und findet und sucht und findet. Beide gehen auf eine maritime Weltreise in den Ozeanen der Welt, sie treffen auf Krokodile und Piranhas, Öltanker und Greenpeace-Aktivisten, Walfänger und übelwollende Hauskatzen am Strand. Schließlich können Meeresschildkröten auch an Land überleben.

Axel Stein ist jedenfalls froh, dass er nur beruflich nach Berlin muss und der Spuk nach der Premiere wieder vorbei ist: „Ich persönlich finde Berlin ein bisschen zu groß. Ich bin ja schon mit Köln überfordert.“ Stein spricht Ray, den besten Freund von Sammy. „Der ist schon ziemlich tough, der Ray – ein cooler Sidekick.“ Ray verleitet seinen Freund, der ihm fast wie ein Bruder ist, zu allerhand Unsinn. Für seine geliebten Quallen kann er sein Schildkrötenpendant aber nicht begeistern – Sammy bleibt bei seinen Algen. Zwei bis drei Tage bringe man im Synchronstudio zu, bis eine Rolle eingesprochen ist, sagt Stein. „Man steht da den ganzen Tag im Studio und sieht kein Tageslicht.“

Es ist ein Film, den es sich bis zum Abspann zu gucken lohnt – denn der ist längst nicht so langatmig wie bei anderen, in denen auch noch dem letzten Hundefutterhersteller und Glühbirnenkäufer gedankt wird. „Die Witze sind alle improvisiert“, versichert Axel Stein, der am Filmende mit Matthias Schweighöfer giggelt wie ein kleines Kind. Die Abspannmusik ist Lenas neue Single aus ihrem Album „My Cassette Player“: „Touch a new day“. Mitspracherecht habe sie beim Soundtrack aber nicht gehabt, sagt Lena schmunzelnd: nur eben bei ihrem Lied. Es ist ein lehrreiches Stück, das der Belgier Stasson auf die Leinwand gebracht hat, manchmal freilich zu pädagogisierend, wenn der Mensch (der Böse) wieder mal für Unglück sorgt und die Hilfsorganisationen (die Guten) alles ins Lot bringen müssen. Aber Seepferdchen, Hammerhai und Barrakudas, Krake und Qualle werden enorm detailgetreu wiedergegeben - so viel Natur in einem Trickfilm war selten. Und so viel Lena im Film eben auch.

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