Filmvorstellung in Berlin : Will Smith liebt Obama und rettet die Welt

Er kämpft gegen Zombies und gegen falsche Zitate: Pünktlich zur Deutschland-Premiere von "I am Legend" ist Will Smith in Berlin. Der US-Schauspieler erzählt, was er wirklich von Hitler hält - und vom Präsidentschaftskandidaten Barack Obama.

Sebastian Leber
Will Schmitz
Leinwand-Star Will Smith -Foto: ddp

BerlinDas wäre doch mal eine Aufgabe: Will Smith in einem Moment zu erwischen, in dem er nicht saukomisch ist. Heute würde man darauf  vergeblich warten: Will Smith sitzt vorne auf dem Podest im Ritz-Carlton, klaut seinem Nebenmann das Wasser, erschrickt sich wahnsinnig, sobald ein Kellner in seine Nähe kommt. Dann nimmt er seinen Kaugummi aus dem Mund und klebt ihn betont unauffällig an den Mikrofonständer. Es tut ihm  leid, sagt Smith, "aber es musste sein". Seine Mutter habe ihm befohlen, während Interviews keine Kaugummis im Mund haben. "Sie hasst das." Und der Saal lacht.

Will Smith ist in der Stadt. Er will Werbung machen für seinen neuen Film "I am legend", der am Donnerstag in die deutschen Kinos kommt. Vor der Premiere am Abend im Cinestar gibt's die Pressekonferenz  im Ritz. In den USA hat der Film innerhalb eines Monats bereits 220 Millionen Dollar eingespielt, Smith mimt einen Wissenschaftler, der als vermutlich einziger Mensch auf der Welt eine weltweite Virusepidemie übersteht und nun alleine im menschenleeren New York überleben muss. Was umso schwerer ist, weil nachts Zombie-Mutanten durch die Stadt streunen auf der Suche nach Frischfleisch.

Alle lieben Will Smith

Will Smith hat sich Verstärkung ins Ritz mitgebracht: Produzent Akiva Goldsman und Regisseur Francis Lawrence, der schon "Constantine" mit Keanu Reeves gedreht hat. Aber die beiden Begleiter sind nur Statisten, bei Smiths Sprech- und Blödeldrang bleibt ihnen nichts übrig, als gemeinsam mit den anwesenden Journalisten über jeden Gag mitzulachen. Selbst als Smith beim Schnellsprechen ins Mikrofon spuckt, tut er so peinlich berührt, dass ihn alle im Saal lieb haben.

Bei den Dreharbeiten in New York hat er sich nicht nur Freunde gemacht, erzählt der 39-Jährige. Weil das Filmteam möglichst sparsam mit Spezial-Effekten umgehen wollte, haben sie täglich mehrere Blocks in Manhattan abgeriegelt, um die Kulisse einer menschenverlassenen Katastrophenstadt zu erschaffen. Das ärgerte natürlich die Anwohner - selten habe er so viele Mittelfinger in so kurzer Zeit gesehen, sagt er. "Und alle zeigten in meine Richtung." Apropos Spezial-Effekte: Die  Bauchmuskeln im Film seien echt gewesen, sagt er. Und das angegraute Haar? "Kein Kommentar", grinst er.

"Die Lüge, die unser Weihnachtsfest zerstört hat"

Dann möchte der Schauspieler noch noch etwas richtigstellen, gerade hier in Berlin. Im Dezember gab es Gerüchte, er habe in einem Interview gesagt, dass kein Menschen böse geboren werde. Nicht einmal Hitler. "Das Zitat ist falsch", betont Smith. Und wie sehr es ihn ärgere, dass sich der Satz, den er nie gesagt hat, immer weiter übers Internet verbreitet. "Ich würde so etwas niemals von mir geben, weil ich weder so denke noch so fühle." Auch seine Familie sei bestürzt über das falsch wiedergegebene Interview. "Mein Sohn nennt das  Zitat nur: Die Lüge, die unser Weihnachtsfest zerstört hat".

Und dann bleibt Smith politisch: Barack Obama wäre ein sehr guter US-Präsident, sagt er. "Ich liebe ihn und unterstütze ihn. Seinen Hintergrund, seine Familie, die Dinge, für die er steht.  Er wäre die perfekte Wahl." Das ist nun aber genug der ernsten Worte. Smith steht auf, klettert runter zu den vorderen Stuhlreihen, hält einer Journalistin das Mikrofon, lässt sich mit einem anderen fotografieren. Und als zwischendrin das Handy einer Filmverleih-Mitarbeiterin klingelt, raunzt er sie an, wie fürchterlich unprofessionell das doch sei. Und schaut toternst und genervt. Aber nur für eine Sekunde. Ist doch nur Spaß.

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