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Flughafen Berlin-Brandenburg : BER-Eröffnung 2018? "Nein, 2017 ist zu schaffen"

Der Zeitplan ist eng: 2016 soll der BER-Bau fertig sein, 2017 ist die Eröffnung geplant. An diesem Plan hält Karsten Mühlenfeld fest.

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Kleine BER-Übersicht gefällig? Das ist der Zeitplan, der aktuell gilt.
Kleine BER-Übersicht gefällig? Das ist der Zeitplan, der aktuell gilt.Foto: Tagesspiegel

2007, 2011, 2012, 2013, 2015, 2017 … oder doch 2018? Seit Monaten, ach was!, seit Jahren werden Termine genannt, an dem der neue Flughafen eröffnet werden soll. Bislang strebt das BER-Management dies im zweiten Halbjahr 2017 an; das wurde erst vorige Woche im Aufsichtsrat wieder betont. Der Zeitplan allerdings ist eng, und deshalb kursiert seit Wochen auch der Eröffnungstermin 2018.

Jenes Datum – „März 2018“ – nannte nun am Wochenende auch die „Bild am Sonntag“ und zitiert dabei aus einem vertraulichen Terminplan des Projektsteuerers WSP CBP. Danach wurde Technikchef Jörg Marks über den Zeitplan am 1. September in einer E-Mail informiert. Ausdrücklich betone das Unternehmen zudem, dass eine Verzögerung durch die Insolvenz der Baufirma Imtech nicht berücksichtigt worden sei. In jenen Herbsttagen, nur zwei Wochen nach jener Mail, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmanr Woidke: „Ich denke, dass der Termin 2017 nach wie vor haltbar ist.“ Und Vize-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider sagte damals dem Tagesspiegel: „Überlegungen für 2018 sind mir nicht bekannt.“

Karsten Mühlenfeld: Da war jemand "übervorsichtig"

Am Sonntagnachmittag meldete sich Flughafenchef Karsten Mühlenfeld zu Wort. Ja, die Mail kenne er, aber die beschriebene Terminplanung sei „inzwischen veraltet“, sagte Mühlenfeld dem Tagesspiegel. Er sprach von einem „übervorsichtigen Projektsteuerer“, der sich absichern will. Im Oktober sei der Terminplan "gründlich" ausgearbeitet worden. „Die Grundbotschaft bleibt: Eine Eröffnung ist 2017 zu schaffen. Das ist der Plan, den wir verfolgen.“

Schon am Sonntagmorgen hatte der Flughafen den entsprechenden „geheimen Terminplan“ demntiert.

Fertigstellung soll am 30. Juni 2016 sein

Die Flughafen-Gesellschaft Berlin-Brandenburg habe in der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag den aktuellen Stand beim Bau des BER intensiv diskutiert und vorgestellt. „Sämtliche anderen Informationen, Schreiben oder ähnliches sind aus dem Zusammenhang gerissen, veraltet und entsprechen nicht dem Stand der Erkenntnisse. In einem Projekt, in dem täglich 2000 bis 3000 Emails, Schreiben und Protokolle verfasst werden, gibt es zeitweise auch unterschiedliche Einschätzungen“, teilte die Flughafengesellschaft am Sonntag mit.

Flughafen BER. Die Baustelle soll am 30. Juni 2016 fertig sein.
Flughafen BER. Die Baustelle soll am 30. Juni 2016 fertig sein.Foto: dpa

In der Mail vom September, aus der die „Bild am Sonntag“ zitiert, wurde folgender Zeitplan gezeichnet: Bauende am Flughafen BER sei demnach der 30. Juni 2016.

Das deckte sich fast mit den Aussagen vom Freitag. Da sprach die Flughafengesellschaft vom 15. Juli 2016.

Allerdings werde erst für Ostern die letzte Baugenehmigung erwartet. Und aktuell sind nach der von Mühlenfeld vorgelegten Bilanz 55 Prozent der zu erledigenden Arbeiten geschafft, nach Tagesspiegel-Informationen müssten es mehr als 70 Prozent sein.

Nach BER-Baufertigstellung im Sommer 2016 soll dann die Anlage getestet werden. Nach Angabe der „Bild am Sonntag“ sei laut der Mail aus dem September die Nutzungsfreigabe am „28.09.17“ möglich. Nutzungsfreigabe bedeutet demnach allerdings nicht Eröffnung, weil erst dann der viermonatige Probebetrieb mit Komparsen beginne. Daher würden doch erst im März 2018 die ersten Flugzeuge abheben.

Am Flughafen hingegen plant man aktuell den Komparsenbetrieb April 2017 und nicht erst im Herbst. Daher sei der Plan, den Flughafen zur Umstellung des Winterflugplans im Oktober 2017 zu eröffnen, weiterhin möglich. Die kommenden Monate bis Ostern 2016 gelten auf der Flughafen-Baustelle als entscheidend für den Zeitplan (siehe Grafik oben).

Der Flughafen legte sich am Sonntag fest: Der am Freitag vorgestellte Fahrplan spiegele die gemeinsame Einschätzung der Projektbeteiligten wider, und dabei bleibe es. Also doch 2017. Vorerst.