Formaler Baubeginn : Weg frei fürs Riesenrad

Ein Investor übernimmt das ehemalige Zoo-Areal an der Jebensstraße. Der Kaufpreis soll bereits nächste Woche bezahlt werden. Bis 2010 soll dort das größte Riesenrad Europas stehen.

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So könnte das Riesenrad am Zoo aussehen. -Grafik: ddp

BerlinDer neue Wirtschaftshof des Zoos ist fertig und wird am heutigen Donnerstag eröffnet. Nun kann dort auch der Bau des Riesenrads beginnen – zumindest formal gesehen. Denn das Gelände des bisherigen Wirtschaftshofes an der Jebensstraße, auf dem das Aussichtsrad mit einem Empfangsgebäude, der „Abflughalle“, entstehen soll, ist jetzt vom Zoo an die Great Berlin Wheel übergegangen. Somit muss der Investor des Riesenrads auch den Kaufpreis für das Grundstück an den Senat zahlen.

Laut Vertrag soll das 12 000 Quadratmeter große Gelände 25 Millionen Euro kosten. Das Land Berlin habe keine Befürchtungten, das Geld nicht zu bekommen, versicherte gestern die Senatsverwaltung für Finanzen. Die Summe sei durch Bürgschaften abgesichert, es gebe trotz Finanzkrise „keine Risikosituation“ und keinen Anlass, am Projekt zu zweifeln. Nach bisheriger Planung soll das rund 120 Millionen Euro teure Aussichtsrad frühestens 2010 eröffnet werden.

Investor Michael Waiser sprach gestern von einem „wesentlichen Meilenstein“. Der Kaufpreis werde in der nächsten Woche bezahlt. Bevor der Abriss des alten Wirtschaftshofes beginnen könne, müsse er sich mit dem Senat darüber einigen, wer die mögliche Schadstoffbeseitigung zahle. „In der Regel muss der Verkäufer dafür aufkommen.“ Er hoffe, dass die alten Gebäude noch in diesem Jahr abgerissen werden können. Das Riesenrad wird aus Kostengründen von zunächst geplanten 185 Metern auf 175 Meter schrumpfen, was angesichts fallender Stahlpreise in der Öffentlichkeit etwas irritierte. „Stahlpreis ist nicht gleich Stahlpreis“, sagte Waiser und wies auf verschiedene Verarbeitungsarten hin. Ein niedrigeres Bauwerk wirke auch filigraner, „das tut dem Rad gut“. Vor allem aber hätten sich die Kosten für das wellenförmige Abfertigungsgebäude auf 50 Millionen Euro fast verdoppelt, so dass in Abstimmung mit dem Baukollegium unter Leitung von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher ein billigerer Baukörper errichtet werden soll. Waiser sagte, der Entwurf sei noch nicht veröffentlichungsreif. Das Bezirksamt Mitte wollte sich gestern zu dem Projekt nicht äußern und verwies auf Waiser.

Auch in kleinerer Version wird das Riesenrad das höchste in Europa sein. Das Bezirksamt hatte kürzlich betont, trotz eines neuen Bauantrags für den überarbeiteten Entwurf könne der Zeitplan eingehalten werden.

Im Zusammenhang mit dem Riesenrad steht indirekt auch der Bau einer privat finanzierten Tiefgarage unter dem Hardenbergplatz mit rund 300 Plätzen. Es gibt verschiedene Bauinteressenten, darunter die Firma Wöhr und Bauer. Wie berichtet, hat sich eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die Einzelheiten des Projekts klären will. Ihr gehören die Bezirksämter Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte, die Senatsbehörde für Stadtentwicklung und Anrainer an. C. v. L.

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