Fotokunst vs. Nightlife : C/O Berlin und Rodeo Club liefern sich Nachbarschaftsstreit

Eigentlich hat der Rodeo Club Ende Dezember Insolvenz angemeldet. Die Räume im Postfuhramt in Mitte wurden bisher aber nicht geräumt, entgegen einer Absprache mit der Galerie C/O Berlin. Diese will nun gegen den Club vorgehen.

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Zoff im Postfuhramt. C/O Berlin will den Kuppelsaal räumen lassen. Foto: Mike Wolff
Zoff im Postfuhramt. C/O Berlin will den Kuppelsaal räumen lassen. Foto: Mike WolffFoto: Mike Wolff

Die Fotogalerie C/O Berlin und der Rodeo Club liefern sich einen heftigen Nachbarschaftsstreit. Letzterer hätte zu Monatsbeginn den Kuppelsaal im Postfuhramt an der Oranienburger Straße in Mitte räumen sollen: Seit dem 1. Januar ist C/O Berlin, die bereits in den unteren Etagen des Gebäudes ansässig ist, offizieller Mieter. Geschehen ist bislang jedoch nichts. Stattdessen verkündeten die Rodeo-Betreiber auf ihrer Internetseite, dass ihr Club nach der Abschlussparty zu Silvester wieder geöffnet sei.

Dagegen will C/O Berlin nun vorgehen. Man habe sich mit der Bitte um Räumung des Kuppelsaals an den Eigentümer, die israelische Elad-Gruppe, gewendet, erklärte Pressesprecher Mirko Nowak auf Anfrage. Im Dezember gab es mit den Rodeo-Machern Gespräche darüber, ob und zu welchen Konditionen der Club im Kuppelsaal bleiben kann. Die von den Partymachern angebotene Miete war C/O Berlin jedoch zu niedrig. Die Parteien verständigten sich darauf, dass der Rodeo Club den Saal für einzelne Veranstaltungen anmieten kann. Zu einem Vertragsabschluss ist es aber bislang nicht gekommen.

Man habe vom Rodeo-Team nichts mehr gehört, sagte Mirko Nowak. Umso verärgerter sind die Galeriebetreiber nun darüber, dass ihnen die Räume nicht fristgerecht übergeben wurden. Den zusätzlichen Platz könnte C/O Berlin gut gebrauchen: Am 21. Januar soll eine Ausstellung mit Werken des Fotografen Robert Mapplethorpe eröffnet werden.

Die Funkstille seitens der Clubbetreiber hat womöglich einen guten Grund: Die Rodeo Gastro GmbH hat am 29. Dezember beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Christoph Schulte-Kaubrügger ernannt, der Rechtsanwalt hat seine Kanzlei am Kurfürstendamm. Von dem Vorgang scheinen sich die Partymacher vorläufig nicht beeindrucken zu lassen. „Wir werden auf jeden Fall bleiben“, sagte Rodeo-Betreiber Daniel Bertzen. Zu weiteren Nachfragen bezüglich der Insolvenz und der Auseinandersetzung mit C/O Berlin verweigerte er das Gespräch.

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