Frankreich-Fan : Auf ein Glas mit Andreas Pietschmann

Den Schauspieler Andreas Pietschmann kennt man aus Kinofilmen wie Sonnenallee oder FC Venus. Der Frankreich-Fan hat ein Lieblings-Café in Berlin.

Daniela Martens
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Andreas Pietschmann im Fleury -Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Jean Gabin sieht grimmig aus. Um ihn herum sitzen türkisfarbene Paradiesvögel – auf der Tapete des Café Fleury am Weinbergspark in Mitte. Das schwarz-weiße Foto des französischen Schauspielers hängt ein bisschen versteckt in einer Ecke des Raums, in dem alles blau, türkis oder beige ist. Im Hintergrund hört man Akkordeonmusik. Irgendwo steht ein kleiner silberner Eiffelturm auf einem Tisch. Dass Frankreich hier Motto ist, fällt erst auf den zweiten Blick auf.

Andreas Pietschmann, 40, lässt sich in die blau und beige gemusterten Kissen auf der Bank am Fenster fallen und sieht sich um: „Sieht die Ecke hier eigentlich französisch aus?“, fragt der Schauspieler, den man aus Kinofilmen wie Sonnenallee oder FC Venus kennt. Demnächst ist er in der Fernsehkomödie „Vorzimmer zur Hölle“ zu sehen. (29. April, 20.15 Uhr, ZDF). Gerade weil das Frankreich-Thema so dezent sei, möge er das Café gern: „Hier trifft man echte Franzosen und es gibt französisches Essen.“ Quiche Lorraine zum Beispiel, und die bestellt er jetzt. Dazu eine Holunder-Bionade – „Ach nee, lieber eine Cola.“ Er sei doch nicht so der Bionade-Typ. „Ich bin zu langsam für solche Trends.“ Er lacht. Und erzählt dann, dass ihn mit Frankreich viel verbinde. Nach dem Abitur hat er einige Zeit dort gelebt. Und er „verehre“ einige französische Schauspieler – Gerard Depardieu etwa oder eben Jean Gabin. Da passt es gut, dass überall im Café Schwarz-weiß-Fotos von französischen Filmszenen hängen.

Pietschmann hat sogar schon in Paris gedreht – für eine Folge der deutschen Krimiserie Rosa Roth. Und dabei die Frau fürs Leben gefunden: die Schauspielerin Jasmin Tabatabai. Im Sommer bekommen die beiden ein Kind. Gemeinsam leben sie in Pankow – eine Viertelstunde mit dem Fahrrad vom Café Fleury entfernt. Dorthin fährt er aber am liebsten allein: „Das ist mein ganz privates Café“, sagt er lachend. Zum Beispiel, um Drehbücher zu lesen. Außerdem kommt er immer auf dem Weg zur Arbeit im Maxim-Gorki-Theater am Café vorbei. Dort spielt er gerade in dem skurrilen Stück „Zwei arme Polnisch sprechende Rumänen“. Seine Rolle: Ein Fernsehstar im Drogenrausch. Apropos Drogen – da ist der Weinbergspark direkt neben dem Café ja ein bekannter Umschlagplatz. „Man wird schon oft angequatscht“, sagt Pietschmann. Aber so etwas gehöre nun mal zu einer Großstadt. Vor ein paar Jahren hat er mal kurz hier gewohnt: „Da gab’s das Café noch nicht. Alles war viel unordentlicher. Die Gegend ist seitdem ganz schön aufgeblüht.“ Daniela Martens

Café Fleury, Weinbergsweg 20, Mitte, Tel. 440 34 144, Mo-Fr 8-22 Uhr, Sa-So 10-22 Uhr

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