Friedensinitiative : Gala mit Königin Beatrix

Im Auswärtigen Amt wurde ein Zentrum präsentiert, das Frieden im Nahen Osten fördert. Unter den Gästen der Gala befanden sich Richard von Weizsäcker, Mario Adorf und Königin Beatrix.

Elisabeth Binder
Gala
Frank-Walter Steinmeier freute sich über den Besuch der niederländischen Königin Beatrix. -Foto: dpa

Königin Beatrix der Niederlande, elegant im wadenlangen schwarzen Paillettenkleid, verlieh der Gala zur Vorstellung eines jordanisch-palästinensisch-israelischen Zentrums für Europäische Studien zusätzlichen Glanz. Dabei war sie im Weltsaal des Auswärtigen Amtes wirklich nur als Gast dabei. Wohl aus alter Freundschaft zum früheren israelischen Botschafter Avi Primor, der als junger Diplomat zeitgleich mit ihrem verstorbenen Ehemann Claus von Amsberg in Tunesien auf Posten war, so mutmaßte der Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Jochen Feilcke. Das eigentliche Licht dieser Gala entfaltete sich zwischen den Gängen von Rede zu Rede.

Die Gastgeber des Abends waren das Royal Institute for Inter Faith Studies in Amman, die Al-Quds University in Ost-Jerusalem und das Interdisciplinary Center Herzliya (IDC) in Israel. Gemeinsam stellten sie den Gästen die Idee des Zentrums für Europäische Studien vor, das auf eine Initiative von Avi Primor zurückgeht. Der einleuchtende Grundgedanke wurde gleich am Anfang formuliert: Junge Menschen, die gemeinsam in einer Bibliothek gesessen haben, werden niemals aufeinander schießen. Es gehe darum, junge Menschen im Nahen Osten zusammenzubringen und gemeinsam auf das Happy End der Europäischen Union nach Jahrhunderten schrecklicher Kriege blicken zu lassen. Auf dass sie die richtigen Schlüsse und Lehren daraus ziehen, sagte IDC-Präsident Uriel Reichman.

An den mit Rosen und silbernen Kandelabern elegant geschmückten Tischen lauschten unter anderem die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und Walter Scheel, Iris Berben, Mario Adorf, Otto Graf Lambsdorff, Klaus Kinkel, Gesine Schwan, Erich Marx, Peter Maffay, der israelische Gesandte Ilan Mor, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime Ayub Axel Köhler, Bernhard von der Planitz, Andreas Graf von Hardenberg, Rita Süssmuth, Telekom-Chef René Obermann, Alexandra Oetker, Ann-Katrin-Bauknecht, Erik Bettermann und der jordanische Prinz El Hassan bin Talal, den Moderatorin Maybrit Illner als „einen der mutigsten Friedensstifter im Nahen Osten“ einführte.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hielt die Festrede und dankte den Veranstaltern für die „hohe Ehre“, die es bedeute, zum Ausgangsland eines solchen Projekts zu werden. Er kündigte an, dass der DAAD Sommerschulen organisieren werde, damit die Studierenden aus drei Ländern sich hier von Angesicht zu Angesicht austauschen können. Der Präsident der Al-Quds Universität sprach von seinem „Glauben im weltlichen Sinn“, dass Menschen etwas ändern können, dass sie die Macht haben, Frieden zu erlangen, wenn sie es wollen.

Ein Auftritt von Helen Schneider rundete den Abend ab, nicht nur, weil sie so schön „Over the Rainbow“ sang. Vorher stellte sie sich vor als Amerikanerin jüdischen Glaubens mit deutsch-russischen Eltern und einem Partner mit jordanisch-libanesischen Wurzeln.

Bald nach dem Dessert zog sich Königin Beatrix zurück zu einer Audienz für ausgewählte Gäste. Derweil resümierte der Sänger Peter Maffay knapp: „Das Zentrum nicht zu unterstützen, wäre ein Fehler.“ 

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