Funkausstellung : Sängerin Pink eröffnet Donnerstag die Ifa

Pinks Auftritt auf der Internationalen Funkausstellung wird wohl ein kurzes Vergnügen. Jeweils nur 75 Minuten stand Pink bei den bisherigen Konzerten ihrer Deutschlandtour auf der Bühne.

Sebastian Leber
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Wildwechsel. Pinks Outfit ändert sich ständig, die Rockattitüde bleibt. -Foto: AFP

Es wird wohl ein kurzes Vergnügen. Jeweils nur 75 Minuten stand Pink bei den bisherigen Konzerten ihrer Deutschlandtour auf der Bühne. Das dürfte am Donnerstag zur Eröffnung der Funkausstellung kaum anders sein. Immerhin singt Pink alle Hits, von „Get the party started“ bis zu „Stupid girls“. Das schafft sie in der kurzen Zeit nur, weil sie diesmal auf ihren liebsten Tick verzichtet: das ständige Klamottenwechseln zwischen den Songs.

US-Sängerin Pink, 27, bürgerlich Alecia Moore, liebt die Show und die großen, rockigen Posen. Besonders gerne spielt sie die Unangepasste – die Rebellin, die stets macht, was sie will. Lange galt Pink als wilder Gegenpol zu Britney Spears, bis diese selbst zunehmend verlotterte und dann erst mal von der Bildfläche verschwand. Aber Pink hat noch genug Gegner: In diesem Jahr gab es Wirbel um ihre Singleauskopplung „Dear Mr. President“, das ist ein kritischer Song über George W. Bush, „den schlechtesten Präsidenten aller Zeiten“, wie Pink sagt. Natürlich haben vor ihr schon viele andere US-Künstler solche Bush-Schmähungen gesungen, genau genommen kam Pink mindestens zwei Jahre zu spät. Doch ihre Show ist gut und ihre Stimme noch besser, also nimmt man die Sängerin ernst, wenn sie dem Präsidenten vorwirft, er bahne der Menschheit „den Weg zur Hölle“ und wisse im Übrigen gar nicht, was „harte Arbeit“ bedeutet. Wer so schön singt wie Pink, hat grundsätzlich recht.

Auch das Anti-Bush-Lied wird sie im Sommergarten unterm Funkturm anstimmen, um 19 Uhr geht es los, es gibt noch Karten. Und zwischendurch wird sie – wenn es die Zeit zulässt – noch einen abfälligen Kommentar über die Angepasstheit von manch anderem Popstar ablassen. Das macht sie in letzter Zeit häufiger, und wer wie sie schon zehn Jahre im Geschäft ist, kann über die Popbranche mitreden. Pink weiß Bescheid über aufdringliche Manager und PR-Experten, die Sängerinnen zum Beinzeigen animieren. Pinks Devise: „Ich bestimme, wie lang mein Rock ist.“ Auch Drogenerfahrungen hat sie reichlich hinter sich. Ecstasy, Kokain, Marihuana in rauen Mengen. Eine Zeit lang konsumierte sie ein Zeugs namens Ketamin, bis sie herausfand, dass es sich dabei um ein Narkosemittel für Tiere handelt.

Eigentlich könnte Pink mit 27 schon eine dicke Autobiografie schreiben. Oder zumindest ein erstes Best-of-Album rausbringen. Anfragen gab es genug, bisher hat sie sich verweigert. Das Best-of macht sie erst, wenn sie es will.

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