Gehaltsniveau : Im Süden verdienen Busfahrer mehr

Das Gehaltsniveau von Berliner Busfahrern im öffentlichen Dienst bewegt sich leicht unter den Verdiensten in anderen Städten und Bundesländern. Berliner Busfahrer verdienen bis zu 1878 Euro – die Bayern kommen auf 2300 Euro.

Carsten Brönstrup
BVG
Wollen mehr Geld: Berliner Bus- und U-Bahn-Fahrer. -Foto: ddp

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi liegt das Grundgehalt für Berufseinsteiger derzeit bei brutto 1650 Euro plus 75 Euro Zulagen im Monat – bei 39 Stunden Arbeit in der Woche. In mehreren Stufen steigt die Vergütung nach 16 Dienstjahren auf 1878 Euro. Zulagen für Sonntags- oder Nachtschichten kommen noch hinzu.

Die Tarifverträge zwischen den Gewerkschaften und den kommunalen Arbeitgebern gelten jeweils pro Bundesland. In Niedersachsen und Bremen etwa verdienen die Busfahrer der Dienstleistungsgewerkschaft zufolge etwas weniger als in Berlin: Knapp 1600 Euro bekommt ein Anfänger, 2310 Euro eine erfahrene Kraft. Bei den Kollegen in Hamburg steigt die Bezahlung mit 1800 Euro ein und liegen nach zehn Berufsjahren bei 2030 Euro. Noch etwas besser schneiden die Bayern ab: Hier bewegt sich die Spanne zwischen 1780 und 2300 Euro.

Allerdings haben in den vergangenen Jahren private Anbieter immer mehr Marktanteile im Nahverkehr gewonnen – Schätzungen zufolge ist es bundesweit etwa ein Viertel. Der Grund ist die Finanznot vieler Kommunen: Viele haben ihre Energieversorger verkauft, mit dessen Gewinnen sie stets die Verluste des öffentlichen Nahverkehrs finanzieren konnten. Um sich Busse und Straßenbahnen mit engen Taktzeiten weiter leisten zu können, haben viele Privatfirmen ins Boot geholt, etwa ausländische Großkonzerne wie Veolia oder Rhenus oder auch die Deutsche Bahn. Als erste größere Stadt ging Pforzheim vor zwei Jahren diesen Weg und verkaufte die Mehrheit der Städtischen Verkehrsbetriebe an Veolia. Kleinere Städte oder Landkreise haben sogar den Nahverkehr ganz in die Hände privater Unternehmen gelegt.

Ihr Vorteil sind die geringeren Kosten, die vor allem auf niedrigere Löhne zurückgehen. Für die Privaten gelten andere Tarifverträge mit weitaus niedrigeren Löhnen, die Differenz beträgt bis zu 20 Prozent. So verdienen Busfahrer in Bayern nach Verdi-Angaben nur zwischen 1720 und 1785 Euro, in Niedersachsen und Bremen sind es sogar nur knapp 1320 bis knapp 1500 Euro. Mancherorts gilt gar kein Tarifvertrag. „Wenn man so auftritt wie in Berlin, muss man sich nicht wundern, wenn eine Stadt eines Tages den eigenen Anbieter in Frage stellt“, warnt Gisbert Schlotzhauer vom Verband Kommunaler Arbeitgeber. „Dann wird es eine neue Privatisierungswelle in Deutschland geben.“ Carsten Brönstrup

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