Goldene Kamera : Sticheleien zum Dessert

Süffisante Einblicke in die Aftershow-Party zur Goldenen Kamera

Vielleicht soll man sich den Lieblingsfeind nicht einladen. Zu groß die Gefahr, dass man sich an dessen Fehlern infiziert. Erstmals mussten Preisträger und Laudatoren bei der Aftershow-Party zur „Goldenen Kamera“ abgeschirmt in einem in der Axel-Springer-Passage eigens errichteten Zelt tafeln und hatten nicht wie früher die Gelegenheit, durch offene Arrangements sich mit den anderen Prominenten wie Max Raabe, Wolf Gremm oder Vicky Leandros auch per Blickkontakt locker zu verständigen.

Honoratiorenrituale zelebrieren sie auch gern beim Konkurrenten Bambi, dessen Veranstalter Hubert Burda ausnahmsweise auch mal zur Konkurrenz gekommen war, als Mann an ihrer Seite gewissermaßen, denn Ehefrau Maria Furtwängler war von den Hörzu-Lesern als beste Fernsehkommissarin gewählt worden. Sticheleien blieben nicht aus. Während Moderator Thomas Gottschalk an das „Mut-Denkmal“ für Tom Cruise erinnerte, dankte Maria Furtwängler ihrem Mann, dass er sich ihr zuliebe mit „in diese schrecklich halbseidene Welt“ getraut habe. Ganz so schlimm war es nun doch nicht, obwohl die souveräne Hand der langjährigen Organsiatorin und guten Kennerin der kommunikativen Bedürfnisse von Stars Beate Wedekind fehlte. Chuck Berry schenkte sich die Party, verbeugte sich aber vorher vor Denise Wagner, Hauptdarstellerin in dem als bester Fernsehfilm ausgezeichneten Streifen „Contergan“, die an diesem Tag Geburtstag hatte und das „Happy Birthday“, gesungen immerhin von Stars wie Hilary Swank, Robert de Niro und Tokio Hotel fest auf einem Bein stehend mit nettem Zahnspangenlächeln entgegennahm.

Zu sehen, was den ganz Großen Eindruck macht, ist immer wieder erhebend. Der große Chuck Berry, zu dessen Fans die Rolling Stones schon zählten, als sie selber noch gar nicht berühmt waren, hätte eigentlich als Letzter geehrt werden müssen. Vielleicht weil Laudator Martin Scorsese Verpätung hatte, bekam Robert de Niro nach knapp drei Stunden Zeremonie die letzte Kamera vor dem dann wirklich verdient schmeckenden Champagner. Dass die US-Stars so lange durchhielten, ist nicht selbstverständlich, früher kamen Hollywood-Kollegen schon mal als erste dran und durften dann rasch wieder gehen. Beim Catering hatten sich die Veranstalter diesmal mit dem Einsatz des Drei-Sterne-Kochs Juan Amador besondere Mühe gegeben. Vielleicht eine kleine Zusatzverbeugung vor der ebenfalls ausgezeichneten Talk- und Fernsehkochlegende Alfred Biolek. (bi)

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