Goya am Nollendorfplatz : Politiker droht mit Konzessionsentzug

Für die abgesagte Party im Goya gibt es ein Nachspiel. Die fand nicht statt weil laut Veranstalter "zu viele Türken" in der Warteschlange standen.

Goya
Der Goya-Club: Streit um abgesagte Bollywood-Veranstaltung -Foto: ddp

Eine „absolute Ungeheuerlichkeit“ nennt Özcan Mutlu die kurzfristige Absage einer Party am 30. Juni, die von Verantwortlichen des Goya-Clubs mit zu vielen Türken in der Warteschlange begründet worden war. Der Vertreter der Grünen im Abgeordnetenhaus sieht im Verhalten des Clubbetreibers einen Verstoß gegen das geltende Anti-Diskriminierungsgesetz. Der Club am Nollendorfplatz hatte, wie berichtet, alle wartenden Gäste nach Hause geschickt, weil man für eine derartige „Klientel“ nicht genug Sicherheitskräfte zur Verfügung habe.

„So etwas darf in einer Metropole wie Berlin, die von ihrer multikulturellen Identität lebt, auf keinen Fall passieren“, sagte Mutlu. Deshalb will er jetzt eine Kleine Anfrage an den Senat richten und „fragen, wie er die Vorkommnisse bewertet“. Außerdem wird er den Senat auffordern, alles zu unternehmen, dass sich so etwas nicht wiederholt. Wenn nötig, solle man dem Club am Nollendorfplatz die Konzession entziehen. Dies wäre allerdings Aufgabe des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Auch Alkan Kama, der das Goya am besagten Abend für eine Bollywood-Party gemietet hatte, will Schritte einleiten. Er wird gerichtlich gegen die Treugast vorgehen – die ist für die Vermietung des Goyas verantwortlich. „Auf jeden Fall werden wir Schadenersatz fordern“, sagt Kama. Außerdem möchte er erreichen, dass „so eine Diskriminierung auch als solche geächtet wird“. sel

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