Stadtleben : Grönemeyer eröffnet die O2-World

Eine Woche lang wird im September gefeiert

André Görke

Herbert Grönemeyer denkt ja oft an seine Rückkehr nach Berlin. In Zehlendorf hat er eine alte Villa, seinen Arbeitsplatz hat er vor nicht langer Zeit von England in die Kreuzberger Hansa-Tonstudios verlegt. Das sei „der erste Koffer“ gewesen, hat Grönemeyer, 52, gesagt. „Was meinen kompletten Koffer angeht, mal sehen.“

So langsam scheint Grönemeyer in Berlin jetzt aber wirklich sesshaft zu werden. Im Juni 2007 füllte er das Olympiastadion, vor zwei Wochen trat er vor 22 000 Fans in der Waldbühne auf, und jetzt kommt er schon wieder: Am 13. September wird Herbert Grönemeyer das Eröffnungskonzert in der neuen O2-World geben. Na dann: Willkommen, Nachbar.

Es war das letzte Detail, das noch fehlte in der Eröffnungswoche der neuen Halle am Ostbahnhof in Friedrichshain. Mit dem Konzert von Grönemeyer sind die Feierlichkeiten komplett. Gut, einen Termin – den am 12. September – will der Bauherr, die Anschutz-Gruppe, noch nicht bekannt geben. Aber das haben die Musiker aus den USA einfach selbst übernommen.

Die Rockband Metallica schreibt nämlich auf ihrer Internetseite: „We thought it would be cool to hang with a few of our closest friends in some of our favorite cities. On September 12 in Berlin …“. Was kurzum so viel bedeutet wie: Metallica präsentieren am 12. September in der O2-World ihre Platte „Death Magnetic“, die an jenem Tag weltweit auf den Markt kommt. Wann es für diese Show Eintrittskarten zu kaufen gibt, stand gestern noch nicht fest. Die Tickets für das Konzert von Herbert Grönemeyer hingegen kosten 40 Euro und sind ab Mittwoch zu haben.

Auf die Arbeitskräfte in der 165 Millionen Euro teuren Halle kommt in jener Septemberwoche einiges zu. Und zwar das hier: Am 9. September toben 500 Kinder von Berliner Schulen als Erste über das Eis und die Basketballfelder. Abends steht der Betriebstest mit 10 000 Leuten an, um zu gucken, ob die Toiletten funktionieren und die Zapfhähne in Ordnung sind.

Offiziell eröffnet wird die O2-World dann am Mittwochabend, den 10. September, mit 1000 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Sport und Politik und einem Feuerwerk. Nach Metallica und Grönemeyer wird die Bühne kurz abgebaut – am 14. September treten die Eishockeyspieler der Eisbären erstmals in ihrer neuen Heimat gegen Augsburg an – , um sie am 15. September schon wieder aufzubauen: Dann greifen die Musiker der Band Coldplay zu den Gitarren.

Nach zwei Jahren Bauzeit wird damit die Halle in Betrieb genommen, mit bis zu 17 000 Plätzen ist sie die zweitgrößte im Land. 40 Shows sind bis Jahresende gebucht. Und auch die Basketballer von Alba haben ihr erstes Heimspiel in der O2-World im September – am 21. gegen Quakenbrück. André Görke

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