Grunewald : Ansturm auf den Teufelsberg

Die öffentlichen Führungen über den Teufelsberg haben prompt einen Ansturm ausgelöst. Derweil haben die Eigentümer der Bergspitze neue Pläne mit dem Areal.

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Der Teufelsberg im Grunewald, ein 120 Meter hoher Hügel voller Geschichte. Hier ein Blick auf die Stadt, den Wald und den zweiten kleinen Berg, genannt: Drachenberg (99 Meter).Weitere Bilder anzeigen
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18.08.2016 10:40Der Teufelsberg im Grunewald, ein 120 Meter hoher Hügel voller Geschichte. Hier ein Blick auf die Stadt, den Wald und den zweiten...

Nicht nur der gestrige erste Rundgang durch die ehemalige Abhörstation der Amerikaner und Briten, sondern auch Termine am heutigen Montag, am kommenden Sonntag und am 27. Februar sind schon ausgebucht – und das, obwohl kein BVG-Bus zum Trümmerberg am Ende des Teufelsseechaussee fährt und man von den S-Bahnhöfen Grunewald und Heerstraße weit laufen muss.

Zum Auftakt hatte der 25-jährige Hobby-Historiker Andreas Jüttemann die maximale Teilnehmerzahl auf 70 verdoppelt. Möglich wurde dies, weil Jüttemann zwei Mitarbeiter dazuholte und die Sicherheitsfirma Emge sieben Wachschützer als Begleiter zur Verfügung stellte. Unbeaufsichtigt soll niemand die stark verfallene Anlage mit vielen Gefahrenstellen erkunden. Die Firma sichert das Gelände kostenlos und darf es im Gegenzug für verschiedene Zwecke nutzen.

Plätze gibt es noch für eine Besichtigung am Montag, dem 21. Januar, und mehrere Folgetermine. Die Teilnahme kostet 15 Euro, ermäßigt sechs Euro (Anmeldung erforderlich unter www.berlinsightout.de, Telefon: 804 033 90).

Derweil haben die Eigentümer der Bergspitze um den Kölner Architekten Hartmut Gruhl neue Pläne, nachdem mehrere Bauprojekte gescheitert waren und der Senat das Areal zum Waldgebiet erklärt hatte, in dem nicht mehr gebaut werden darf. Gruhl will im Frühjahr einen Antrag auf Denkmalschutz stellen. Sollten die Ämter dem zustimmen, handele sich formal nicht mehr um Wald, so Gruhl. Aktuell plant er in den Gebäuden und Kuppeltürmen bis zu 50 Lofts, ein Café, ein Fitnesscenter und ein Spionagemuseum. Stadtführer Jüttemannn hält die Anlage übrigens ebenso für denkmalwürdig wie TU-Studenten des Masterstudiengangs Denkmalpflege, die ihre Forschungen am Dienstag ab 18.30 Uhr im Alliierten-Museum, Clayallee 135 in Dahlem, vorstellen.

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