Hallensaison : Bahnen frei

Trotz Nachfrage ist ab Sonntag das Baden in öffentlichen Schwimmbäder unter freiem Himmel vorbei. Für die Wasserfreunde beginnt die Hallensaison. Im Oktober öffnen Zehlendorfer Welle und Badeschiff.

Matthias Oloew
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Brust oder Kraul. Einerlei - Schwimmen ist gesund. Wegen des Sanierungsprogramms des Senats für die städtischen Bäder fallen in...Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Sonntag ist endgültig Schluss. Dann müssen auch die abgehärtetsten Kunden der Bäderbetriebe in die Halle, denn dann beenden auch das Strandbad Wannsee und das Kreuzberger Prinzenbad die Sommersaison. Immerhin fanden sich täglich bis zu 500 Gäste ein, die selbst bei zwölf Grad Außentemperatur lieber unter freiem Himmel schwimmen wollten. „Es gibt dafür offenbar eine Nachfrage“, sagt Bädervorstand Klaus Lipinsky. Die Saison hatte er in diesem Jahr ausnahmsweise verlängert, um den Wünschen der Kunden zu entsprechen, vor allem aber, weil den Bäderbetrieben ausreichend Personal zur Verfügung steht. Das wiederum ist eine Folge des Bädersanierungsprogramms, und deshalb müssen Berlins Schwimmer derzeit ein bisschen zusammenrücken.

Wegen Bauarbeiten sind folgende Hallen geschlossen: Baumschulenweg (Treptow – soll wieder am 13. Oktober öffnen), Fischerinsel (Mitte – bis Frühjahr 2009 geschlossen), Ganghoferstraße (Neukölln – bis Jahresende zu), „Helmut Behrendt“ am Helene-Weigel-Platz (Marzahn – voraussichtlich in einem Jahr wieder geöffnet) und die alte Halle an der Krummen Straße in Charlottenburg (ab November wieder offen). Die Schwimmhalle am Ernst-Thälmann-Park in Prenzlauer Berg ist derzeit wegen der jährlichen Instandsetzung und Grundreinigung geschlossen. Sie macht am kommenden Montag, 29. September, wieder auf. Die Halle an der Sewanstraße in Friedrichsfelde ist wegen eines Rohrbruchs bis Anfang Oktober zu.

Die Trockenzeit in Zehlendorf endet nach jahrelangen Bauarbeiten am 23. Oktober. Dann öffnet in dem Zehlendorfer Welle genannten Einkaufszentrum auch ein Fitnessstudio mit 25-Meter- Schwimmbecken, das auch Nutzern offensteht, die nicht Mitglied in dem Sportzentrum sind. Das war eine Bedingung für den Verkauf der ehemals landeseigenen Liegenschaft und den Abriss des ehemaligen Stadtbades auf dem Gelände an der Clayallee. Künftig soll wochentags das etwa 1,30 Meter tiefe Becken sechs Stunden und sonnabends und sonntags vier Stunden der zahlenden Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Tarife dafür sollen sich nach Auskunft der Betreiberkette an denen der Berliner Bäderbetriebe orientieren.

Auch das Badeschiff an der Arena in Treptow hat die Sommersaison beendet und wird gerade wieder zum Winter-Badeschiff mit Saunalandschaft umgebaut. Ende Oktober soll es wieder öffnen. Wem es beim Baden weniger auf die sportliche Betätigung als die Entspannung bei Musik ankommt, ist im Liquidrom an der Möckernstraße in Kreuzberg gut aufgehoben. Doch der Spaß hat seinen Preis – ab 17,50 Euro aufwärts kosten die Eintrittskarten.

Das Rennen um das schönste städtische Bad hat in dieser Saison eindeutig die Halle in der Gartenstraße in Mitte für sich entschieden. Die Schönheitskonkurrenz in Neukölln und Charlottenburg ist wegen Bauarbeiten geschlossen, und das Bad in der Baerwaldstraße in Kreuzberg wird von einem Sportverein betrieben und ist nur eingeschränkt für die Öffentlichkeit nutzbar.

Weil anderswo gebaut wird und Personal frei ist, kann die Halle an der Gartenstraße auch sonnabends und sonntags bis 22.30 Uhr geöffnet bleiben – ein Versuch, um zu schauen, ob so spät abends, vor dem „Saturday-Night-Fever“, noch ausreichend Badegäste kommen.

Neben der Halle an der Gartenstraße gibt es derzeit die bei Schwimmern so beliebten 50-Meter-Becken noch am Sachsendamm in Schöneberg, in den Kombibädern Gropiusstadt, Mariendorf, Seestraße und Spandau-Süd, den Stadtbädern Tiergarten und Märkisches Viertel und der Halle an der Landsberger Allee in Prenzlauer Berg. In der neuen Halle an der Krummen Straße (Charlottenburg) stehen wegen der nach wie vor defekten Trennwand im Becken nur 25-Meter Bahnen zur Verfügung.

Vor allem Familien, die mehr Erlebnis brauchen als das Bahnenschwimmen, sind beim Spaßbaden im Kreuzberger Spreewaldbad (immer sonntags ab 11 Uhr) und vor allem im Stadtbad Schöneberg in der Hauptstraße gut aufgehoben, mit seiner Wasserrutsche, dem Solebecken und dem kleinen Außenbecken – das einzige, das die Bäderbetriebe auch winters anbieten.

Damit müssen sich die Freibadfans begnügen, die an den letzten Saisontagen mit Buffet, Sekt oder auch einer kleinen Party wie im Prinzenbad den Abschied vom Sommer feiern. Und anstoßen – auf das Wiedersehen im nächsten Jahr.

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