Harry Potter : Magische Momente

Bei der Vorführung des neuen Harry-Potter-Films trafen sich alte und neue Fans. Durch die Verfilmung verkaufen sich auch die Bücher wieder besser.

Cay Dobberke
287876_0_fd92f5eb.jpg
Zauberhafter Auftritt. Im Imax-Kino feierten die Fanclubgründerinnen Saskia (li.) und Sarah Preissner (re.) mit kostümierten...Foto: Davids

Im Kinofoyer sah es aus wie in der Zauberschule Hogwarts: Dutzende verkleidete Fans erschienen am Mittwochnachmittag mit Zauberstäben und Spitzhüten zur Vorab-Aufführung von „Harry Potter und der Halbblutprinz“ im Imax-Kino am Potsdamer Platz. Zu sehen waren auch echte Ratten auf den Schultern zweier Mädchen, „Quidditch“-Sportler im Trainingsanzug und eine Fangruppe taiwanesischer Studenten, die unter anderem eine große Stoff-Spinne schwenkten. Zu der Party hatte der Berliner Harry-Potter-Fanclub um Saskia, Sarah und Sally Preissner eingeladen.

Den Film fanden Saskia und Sarah „sehr schön“, wenn auch „nicht buchgetreu“. Die auffälligste und unverständlichste Veränderung sei das Ende mit dem Tod einer Hauptfigur, denn anders als im Roman sei Harry in diesem Moment nicht durch einen Bann gelähmt. Dafür habe es bei den Liebesszenen der pubertierenden Filmhelden viel Gelächter unter den Clubmitgliedern im Publikum gegeben. Man sehe den Schauspielern an, dass sie bereits älter als die Vorbilder aus den Büchern sind.

„Ich habe meine Kindheit mit Harry Potter verbracht“, erzählte die 19-jährige Magdalena Szesny aus Pankow, beim Erscheinen des ersten Romans von Joanne K. Rowling war sie elf Jahre alt. Seit der Veröffentlichung des siebten und letzten Bandes im Herbst 2007 sei „die Potter-Mania ein bisschen vorbei“. Die Verfilmungen gefallen ihr nicht so gut wie die Bücher. Bei der Party verkörperte sie mit ihrem Quidditch-Dress die sportliche Zauberschülerin Katie Bell, die im Film fast einem tödlichem Fluch erliegt.

An einem Stand konnten alle Fans eine Aufnahmeprüfung fürs Zauberinternat absolvieren und sich vom „sprechenden Hut“ in eines der vier Schulhäuser einweisen lassen. Außerdem wurden Fotos kostümierter Gäste vor einer Plakatwand gemacht, der Fanclub zeigt die Bilder bald auf seiner Webseite www.hp-fc.de.

Die Filmvorführung war nicht ganz ausverkauft, ein paar Sitze blieben frei. Vielleicht lag es am relativ hohen Eintrittspreis von 13 Euro – denn das Imax im Sony-Center verlangt einen Zuschlag, da es die Eröffnungssequenz mit einem Angriff fliegender „Todesser“ auf die Londoner Millennium-Brücke exklusiv in 3D zeigt. Ab heute zeigen alle großen Berliner Kinos „Harry Potter und der Halbblutprinz“. Laut einer Sprecherin der Kinokette Cinestar läuft der Vorverkauf „sehr gut“, doch gebe es „überall noch einzelne Plätze“. Der Film ist für Kinder ab zwölf Jahren freigegeben.

Die Romane sind von den ersten Rängen der Bestsellerlisten verschwunden, doch die Filme geben auch dem Buchhandel immer wieder einen Schub. „Wir verkaufen plötzlich doppelt so viele Bücher – und zwar von allen Bänden“, staunte Bianca Krömer vom Kulturkaufhaus Dussmann in der Friedrichstraße.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben