Haus der Geschichte : DDR-Ausstellung in der Kulturbrauerei geplant

Berlin bekommt eine neues DDR-Museum. Die Dauerausstellung soll in ein bis zwei Jahren auf dem Gelände der Kulturbrauerei eröffnen. Betreiber wird die Stiftung "Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland".

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Heute ist die Kulturbrauerei Eventlocation und kulturwirtschaftliches Zentrum.Alle Bilder anzeigen
Foto: Thilo Rückeis
29.08.2010 12:09Heute ist die Kulturbrauerei Eventlocation und kulturwirtschaftliches Zentrum.

Kinos, Clubs, Restaurants und Ateliers befinden sich derzeit auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg, zukünftig soll eine Ausstellung über die Alltagskultur in der DDR informieren. Die „Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ plant, eine Dauerausstellung einzurichten. Ein Sprecher der Stiftung rechnet damit, dass sie in ein bis zwei Jahren eröffnet werden kann. „Bis dahin müssen bauliche Veränderungen vorgenommen und Ausstellungsexponate ausgewählt werden.“

Ein ganz neuer Mieter ist die Stiftung „Haus der Geschichte der BRD“ auf dem Areal der Kulturbrauerei allerdings nicht. Seit 2005 unterhält sie im Gebäude 6.2 in der Knaackstraße 97 die Sammlung „Industrielle Gestaltung“. In diesen Räumlichkeiten soll die DDR-Ausstellung eingerichtet werden. „Das von der Stiftung angemietete Areal umfasst 1700 Quadratmeter“, gab der Sprecher bekannt. Derzeit arbeiteten etwa zehn Mitarbeiter daran, die 160 000 Exponate der Sammlung zu katalogisieren und zu untersuchen. Die Sammlung besteht vor allem aus Plakaten, Entwürfen, Modellen und Archivalien über den Alltag in der DDR. Auch in einem anderen geschichtsträchtigen Gebäude wird derzeit eine Ausstellung der Stiftung vorbereitet: Im Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße. In der ehemaligen Grenzübergangsstelle richtet sie die Dauerausstellung „GrenzErfahrungen, Alltag der deutschen Teilung“ ein. Sie soll im September eröffnet werden.

Der Ursprung der Kulturbrauerei reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Erstmals Bier gebraut wurde auf dem Gelände 1842. Gut zehn Jahre später übernahm Jobst Schultheiss die Brauerei. Im Dritten Reich wurde sie zum „Nationalsozialistischen Musterbetrieb“ ernannt, später mussten hier Kriegsgefangene Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion leisten. Von 1945 bis 1967 diente das Gelände erneut als Brauerei. 1990 übernahm die Treuhandanstalt das Areal – mittlerweile war es vom Verfall bedroht. Ein Jahr später wurde die Kulturbrauerei GmbH gegründet, die das Gelände 1995 dem heutigen Eigentümer, der TLG Treuhandliegenschaftsgesellschaft, übergab. Am Freitag unterzeichnen die TLG, das Land Berlin und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben den Mietvertrag. Manuel Opitz

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