Heiztechnik : Schwimmen mit gutem Gewissen

Mit besserer Heiztechnik werden drei Schwimmhallen, darunter das Stadtbad Mitte, wiedereröffnet. Auch die Anlage im Europasportpark in Prenzlauer Berg lockt die Wasserfreunde – mit einer Jubiläumsfeier.

Rita Nikolow
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Energiesparmodell. Das Stadtbad Mitte bekam eine neue Heiztechnik mit besserer CO2-Bilanz. Demnächst wird es wieder eröffnet....

Das Stadtbad Mitte gehört zweifellos zu den attraktiven Schwimmhallen der Stadt. Wer derzeit aber einen Sprung ins Becken riskierte, würde sich nur eine blutige Nase und Schlimmeres holen: kein Wasser im Becken! Wie so ziemlich alle Dinge dieser Welt hat auch das Konjunkturpaket II seine negativen Seiten. Nun gut, die Wirtschaft wird angekurbelt, das Bad saniert, die Energiebilanz poliert – aber während all dies geschieht, kann man dort nicht schwimmen. Neptun sei Dank, damit ist es jetzt bald vorbei: Am 26. November macht das Bad wieder auf. Viel werden die Badegäste von den Veränderungen allerdings nicht mitbekommen. Genaugenommen sehen sie gar nichts. Denn für die zwei Millionen Euro aus dem Paket wurde das Bad energietechnisch saniert.

Schwimmbäder sind, so oder so, richtige Energieschleudern. Doch statt dreier Gaskessel steht im Keller des Stadtbads nun eine Kombination aus Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung, Gaswärmepumpen und neuen Heizkesseln. „Dadurch sinkt der Energieverbrauch um rund 20 Prozent, und es werden 220 Tonnen CO2 pro Jahr weniger ausgestoßen“, sagt Matthias Oloew, Sprecher der Bäderbetriebe. Die Bauarbeiten gehen im nächsten Jahr weiter, dann aber parallel zum Badebetrieb: Viele der 350 Fenster im denkmalgeschützten Stadtbad werden ausgetauscht.

Die nächsten Wochen halten für die Schwimmenthusiasten der Stadt weitere schöne Termine bereit. Kurz nach dem Stadtbad Mitte, am 1. Dezember, machen zwei weitere Bäder wieder auf: Die Schwimmhalle Ernst-Thälmann-Park in Prenzlauer Berg, in der übrigens Angela Merkel am 9. November 1989 in der Sauna saß, und die baugleiche Halle Zingster Straße in Hohenschönhausen wurden ebenfalls energietechnisch aufgemöbelt. Insgesamt erhalten die Bäderbetriebe zur Sanierung für 2009/10 sechs Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket.

Härtere Fälle, die in dieser Saison noch nicht wieder aufmachen, sind das Stadtbad Schöneberg, die Schwimmhalle Hüttenweg in Zehlendorf und die Schwimmhalle Allende-Viertel in Köpenick. Ein Bad feiert am 28. November sogar zehnjähriges Jubiläum: die SSE Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark in Prenzlauer Berg, die mit Blick auf Berlins Olympiabewerbung entstand und in der – auch ohne Olympische Spiele – schon viele Weltrekorde geschwommen wurden. Am Jubiläumstag ist der Eintritt von 16 bis 20 Uhr frei, es gibt Vorführungen in Synchronschwimmen und Führungen durch die technischen Anlagen. Auch eher unsportliche Badegäste dürfen an diesem Tag in die Wettkampfhalle, die sonst für Profis reserviert ist. Ganz Mutige können sogar auf den Zehn-Meter-Turm klettern, wo ein Sprungexperte Tipps gibt. Bundesstützpunkttrainer Jan Kretzschmar rät allerdings, nicht gleich von ganz oben zu hüpfen: „Wenn man ungeübt mit der falschen Technik vom Zehn-Meter-Brett springt, kann das sehr schmerzhaft sein“, sagt Kretzschmar.

Wer vor dem hohen Sprungturm zurückschreckt, kann am Jubiläumstag trotzdem Spaß haben: Die Besucher können auch die Trockensprunganlage ausprobieren – und landen in einem Becken voller Schaumstoffkugeln.

Der Tagesspiegel verlost zehn Mal zwei Tickets fürs Stadtbad Mitte am 29. November. Bitte bis heute, 18 Uhr, eine Mail mit Telefonnummer senden an verlosung@tagesspiegel.de, Stichwort: Stadtbad.

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