Hertha BSC : Die Kicker-Konfirmation

Kirche statt Training: Hertha-Jungs feiern in der Kapelle des Olympiastadions

Benjamin Lassiwe
283243_0_fc7d9264.jpg
Team Gottes. Pfarrer Ochel (h. l.) mit Lukas, Jonas und Marius (v. l.). Foto: Steinert

Golden glänzt die Kapelle im Berliner Olympiastadion. Der 2006 für Sportler und Fans eröffnete Andachtsraum zieht die Menschen in seinen Bann: Nach zahlreichen Hochzeiten findet am Sonnabend erstmals auch eine Konfirmation im Olympiastadion statt. Lukas Binting, Marius Gersbeck und Jonas Ochel, drei Jugendliche aus dem Nachwuchs von Hertha BSC, werden in die Kirche aufgenommen.

Für den normalen Konfirmandenunterricht bleibt zu wenig Zeit

„Weil ich an Gott glaube“, antwortet Marius Gersbeck auf die Frage, warum er zusätzlich zu Schule und Training noch den Konfirmandenunterricht besuchte. Rund zehn Mal pro Woche steht er in seiner Schule, der sportbetonten Harald-Poelchau-Oberschule und bei Hertha auf dem Fußballplatz. Am Wochenende kommen die Spiele hinzu. „Für den normalen Konfirmandenunterricht in einer Kirchengemeinde blieb da keine Zeit“, sagt Joachim Ochel, Vater von Jonas und selbst Pfarrer. In Abstimmung mit Hertha BSC bot Ochel einen eigenen Konfirmandenkurs für die jungen Sportler an. „Wir haben in der Bibel gelesen und über den Glauben gesprochen“, sagt Lukas Binting. Die Kirche der benachbarten Friedensgemeinde haben die Jugendlichen besucht, ebenso die Andachten, die vor den Spielen im Olympiastadion stattfinden. „Bei den Bundesligaspielen helfen wir ja oft als Balljungen“, erklärt Jonas Ochel. Beeindruckt hat die Jugendlichen, dass auch prominente Herthaner vor den Spielen in der Kapelle waren: „Mal kam Arne Friedrich, mal war Dieter Hoeneß da.“

Arne Friedrich und Dieter Hoeneß waren auch da

Mit ihrem Interesse an der Konfirmation liegen die jungen Sportler jedenfalls voll im Trend. „Der prozentuale Anteil der Jugendlichen, die sich konfirmieren lassen, steigt“, sagt Volker Jasztrembski von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. 2007 seien es 13,8 Prozent aller 14-Jährigen in Berlin gewesen. Die Statistik interessiert die jungen Hertha-Spieler derzeit weniger: Wie alle Konfirmanden freuen sie sich schon auf die Geschenke zu ihrem großen Tag – auf „Geld und eine neue Armbanduhr.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben