Hotellerie : Drei Sterne für Schwule

Schwule willkommen! Im kommenden Jahr eröffnet Deutschlands erstes Hotel, das sich auf homosexuelle Gäste spezialisiert. Die Übernachtung soll zwischen 150 und 220 Euro kosten.

Axel Schock[ddp]

BerlinBerlin wird noch schwulenfreundlicher. Nach Barcelona und Buenos Aires wird ab Frühjahr 2009 Berlin ein weiterer Standort der weltweit ersten auf schwule Gäste spezialisierten Hotelkette Axel sein.

87 Zimmer soll es in dem Neubau in der Lietzenburger Straße in Schöneberg, dem traditionell schwul-lesbischen Bezirk der Stadt, geben. Zwar als Drei-Sterne-Hotel kategorisiert, sollen sich die angebotenen Dienstleistungen und die Ausstattung hingegen auf dem Niveau von fünf Sternen bewegen, kündigte der Eigentümer Juan P. Juliá Blanch an.

"Ich bin vor drei Jahren zum ersten Mal nach Berlin gekommen und habe mich sofort in die Stadt verliebt", begründet Blanch die Entscheidung. "Berlin ist eine kosmopolitische Stadt, offen für neue Tendenzen, mit einem spektakulären schwulen Ambiente." Dies entspricht ideal dem Konzept der Kette.

Keine schiefen Blicke

Während sich andere Hotels mit dem Etikett "gayfriendly" versehen, versteht sich Axel Hotels nach eigenen Angaben als "heterofreundlich". Den Gästen aus der schwul-lesbischen Community soll eine Umgebung geboten werden, in der sie sich wohlfühlen und sich nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ständig erklären müssen. Mit einem gleichgeschlechtlichen Partner Hand in Hand an der Hotelrezeption zu stehen und vom Personal schief angeschaut zu werden - diese eigenen Erfahrungen will Juliá Blanch seinen Gästen ersparen. Gleichwohl sei selbstverständlich jeder in dem Hotel willkommen, sagte er.

"Heterofriendly" lautet das Schlagwort, mit dem die internationale Kette quer zur bisherigen Gepflogenheit wirbt. Fünf Projekte in anderen Ländern mit einer Investitionssumme von 50 Millionen Euro seien bereits in Planung. Das Projekt in Berlin wird insgesamt 13 Millionen Euro kosten.

Ambiente und Preis-Leistungs-Verhältnis

Der Sprecher der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), Christian Tänzer, ist von diesen unternehmerischen Initiativen nicht überrascht. "Das schwul-lesbische Publikum gilt international als sehr reisefreudig und unternimmt insbesondere Kurz- und Städtereisen", sagte Tänzer der Nachrichtenagentur ddp. Berlin habe deshalb schon vor längerer Zeit spezielle Werbekampagnen für Lesben und Schwule gestartet. Derzeit sei ein besonderes Interesse in Japan, Korea und den USA zu erleben.

Das Etikett "gayfriendly" reicht Tänzer zufolge bei der Hotelentscheidung der Berlinbesucher allerdings nicht aus. "Das wird von Berlin mit seinem Image einer offenen, toleranten Stadt einfach vorausgesetzt". Letztlich zählten das besondere Ambiente sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das Axel Hotel Berlin wird unter anderem zylindrisch geformte Luxussuiten, ein "Türkisches Bad", eine Dachterrasse, eine Cocktailbar und ein Restaurant bieten. Das Doppelzimmer soll pro Nacht zwischen 150 und 220 Euro kosten.

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