Hugh Grant : Cowboy mit Schlawinergrinsen

Hugh Grant stellte in Berlin seine Komödie "Haben Sie das von den Morgans gehört?" vor.

 Andreas Conrad
Grant
Hugh Grant -Foto: ddp

Ein Schauspieler, der gemeinsam mit einem ausgewachsenen Bären vor die Kamera tritt, hat gewisse Spielregeln zu beachten: „Keine raschen Bewegungen! Nicht direkt ins Auge sehen!“ Auch Hugh Grant wurde dazu ernsthaft ermahnt, und er hat sich offenbar daran gehalten – sonst säße er an diesem Freitag wohl nicht hier in einem Salon des Hotel de Rome, ohne Kratzer oder Bissspuren, stattdessen gelassen Fragen beantwortend zu seinem Ausflug in die Wildnis.

Entspannt hat er die Beine übereinandergeschlagen, sein Schlawinergrinsen stets griffbereit. Die Morgans, das ist ein New Yorker Paar wie aus dem Bilderbuch, verheiratet, getrennt lebend, zufällig Zeuge eines Mafiamordes und damit Kandidat für das Zeugenschutzprogramm des FBI. Der Ort ihres Asyls: ein Kaff im tiefsten Wyoming, abgeschieden von der gewohnten Zivilisation.

Gedreht wurde in New Mexico, das ist aber, was den Abstand der aufeinander- prallenden Welten betrifft, kein großer Unterschied. Ein wenig muss sich Grant (an der Seite von Sarah Jessica Parker) dabei wohlgefühlt haben wie seine Filmfigur. In diesem abgelegenen Teil der USA war er zuvor noch nie. „I loved it“ – das sagt er zwar, aber es hört sich nicht so an, als sei diese Liebe sehr intensiv gewesen. Bei weitem nicht wie die zwischen ihm und seinem behaarten Kollegen „Bart the Bear“, dem er unversehens gegenübersteht. Ein filmerfahrenes Tier, mit Allüren „wie eine Diva“, wie der Schauspieler erzählt: Vor dem Auftritt shampoonieren und bürsten, das war Pflicht, und Beifall stimmte den Bären besonders gnädig.

Auch modisch musste Grant einiges aushalten. Wyoming ohne Cowboyhut? Das geht gar nicht, und während des Drehs fand er sich darin sogar „ziemlich sexy“. Sagt er jedenfalls und grinst. Als er dann aber den Film sah, wandelte sich seine Meinung: „Lächerlich. Das letzte Mal habe ich ein Cowboykostüm als kleiner Junge getragen.“ Die Männer in der Interviewrunde nicken verständnisvoll.

Von der Bärendiva mal abgesehen müssen die Dreharbeiten in der Provinz recht entspannend gewesen sein. In New York war es die Hölle mit den Paparazzi, berichtet Grant. In dem 300-Seelen-Kaff von New Mexico dagegen: Nichts! Keine Promi-Kultur, keine Fotografen. Einen Liebhaber des Landlebens hat das dennoch nicht aus ihm gemacht, doch auch den eingefleischten Bewohner Manhattans, für den der Central Park bei weitem genug an wilder Natur ist, hat er nur gespielt. Verstehen kann er die eingefleischten New Yor- ker schon, die Stadt hat ja was, aber für ihn wäre sie nicht das Richtige, zu intensiv, zu laut. Auch in Hollywood fühlt er sich nicht recht wohl, eher als Fremder. London passt da schon besser zu ihm, das gibt er unumwunden zu – Hugh Grant, „the Englishman in New York“.

„Haben Sie das von den Morgans gehört?“ startet in den deutschen Kinos am 7. Januar. An diesem Sonnabend ist Hugh Grant Gast bei Thomas Gottschalk in „Wetten, dass...?“

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