Hundehaufen : Was tun mit den Tretminen?

Immer wieder sind Fußgänger genervt vom Slalomlauf durch Hundehaufen. Eine Initiative will jetzt Projekte finanzieren, mit denen sich das Zusammenleben zwischen Hundefreunden und eher entnervten Anwohnern verbessern lässt.

Michael Hörz
Hundehaufen
Braver Hund, brave Besitzerin: Nur richtig verpackt und entsorgt sind Hundehaufen erträglich. -Foto: ddp

Nur wenige Menschen gehen völlig ungerührt an Hundehaufen vorbei. Nur bleibt ihnen meist nicht viel übrig, als die Tretminen zu ignorieren. Zwischen einzelnen Bezirken gibt in Berlin ziemlich große Unterschiede. In Neukölln, Kreuzberg und Friedrichshain scheint es deutlich mehr rücksichtslose Hundebesitzer zu geben als in Bezirken wie Zehlendorf oder Spandau. Zumindest legen das die großen Mengen von Hundekot nahe, die oft mitten auf den Gehwegen liegen. Sie sind Ärgernis für Menschen ohne Hund und für Hundebesitzer, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner ganz korrekt mit einem Beutel entsorgen. Häufchensündern droht eine Strafe von 35 Euro - sofern sie erwischt werden. Dafür haben die Bezirke aber viel zu wenig Kontrolleure. Das Ordnungsamt Pankow hat 2006 gerade mal ein Dutzend "Verwarngelder" verhängt.

Im Herbst letzten Jahres versuchten es die Bezirke statt dessen mit Aufklärung. In einer Aktionswoche gingen Mitarbeiter der Ordnungsämter mit Handzetteln und Plastiktüten auf Hundebesitzer zu. Sie stellten dabei fest, dass die meisten Hundebesitzer sich vorbildlich verhalten, sobald sie eine blaue Uniform entdecken. Mehr Information ist ein Weg - auch wenn solche Aktionen nur ein kurzer Anfang sein können.

Viel Hund, viel Dreck

Über 50 Tonnen Hundekot landen in Berlin täglich auf der Straße. Etwa 150.000 Hunde gibt es in Berlin, 100.000 davon haben eine Steuermarke. Der Tagesspiegel diskutierte bereits darüber, neben der jährlichen Hundesteuer von 120 Euro eine kleine Zusatzabgabe für Hundebesitzer einzuführen, mit der ganz gezielt die Reinigung der Wege finanziert würde. 20 bis 30 Euro pro Jahr wären ausreichend. Die Mehrzahl unserer Leser befürwortete diesen Vorschlag. Allerdings kann man davon ausgehen, dass eher die Hundebesitzer problematisch mit dem Hunddreck umgehen, die ihre Tiere nicht angemeldet haben. Insofern bestraft eine solche Abgabe die rechtschaffenen Hundebesitzer - die sich laut einer repräsentativen Umfrage des Futterherstellers Pedigree zu allergrößten Teilen von der Politik allein gelassen fühlen.

Der Futterhersteller hat jetzt eine Initiative namens "Natur des Hundes" gestartet. Sie wird unter anderem vom Deutschen Tierschutzbund und dem Verband für das deutsche Hundewesen unterstützt. Insgesamt stellt Pedigree 100.000 Euro für Projekte zur Verfügung, die ein besseres Zusammenleben zwischen Menschen und Hunden ermöglichen. Vorstellbar sind zum Beispiel Hundeauslaufwiesen, die auf ungenutzten Flächen angelegt werden. Oder als kleine Maßnahme deutlich mehr Spender für Hundekotbeutel. Vor allem stellt sich die Frage, wie man solche Hundebesitzer erreicht, die sich nicht sonderlich um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner kümmern. Denn der Hundekot liegt definitiv auf den Gehsteigen. Haben Sie Ideen? Dann gehen Sie auf die Website von "Natur des Hundes" und reichen Sie Ihren Vorschlag ein. Was Ihnen für Ihren Kiez konkret einfällt, oder auch Orte in Berlin, an denen mehr für das Zusammenleben zwischen Hunden, ihren Besitzern und Menschen ohne Hunde getan werden müsste.

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