Stadtleben : Icat-Shuttle von Panne gebremst Taxis der Flugfreunde nicht immer verfügbar

Die Initiatoren des Volksbegehrens haben sich wirklich um jede Stimme bemüht und ihre Werbemaschinerie deshalb durch einen Taxidienst komplettiert. Der sollte all jene ins Wahllokal bringen, die nicht gut zu Fuß sind.

Ein Anruf bei der Taxi-Hotline am Morgen endete als Misserfolg: „Da hätten Sie gestern reservieren sollen“, hieß es. „Wir haben keine Kapazitäten mehr, tut uns leid.“ Auf Nachfrage bei der Icat stellt sich die Sache als Missverständnis heraus. Später am Tag waren auch tatsächlich wieder Kapazitäten verfügbar. „Wir können Ihnen nur nicht sagen, wann das Taxi kommt. Die sammeln nämlich mehrere Fahrgäste für ihre Touren.“

Wie viele Menschen sich zu ihrem Abstimmungslokal chauffieren ließen, vermochte Icat-Kampagnenleiter Matthias Wambach nicht zu sagen. Rund 20 Fahrzeuge seien im Einsatz gewesen; private Freiwillige ebenso wie Taxis plus eine Handvoll gemieteter Kleinbusse mit Fahrern. Die Anrufe wurden über ein Call-Center in Kreuzberg abgearbeitet und die Fahrer per SMS zur jeweils nächsten Tour beordert. Während Wambach sagte, die Freiwilligen erhielten keine Aufwandsentschädigung, erklärte Icat- Sprecher Malte Pereira, dass den Helfern ihre Unkosten erstattet würden.

Offen blieb auch die Frage, wie viele Tempelhof-Gegner durch den Taxidienst zur Urne gekarrt wurden: So hatten die Linken – stramme Flugbetriebsgegner allesamt – auf ihrem Parteitag am Sonnabend genüsslich die Nummer des Icat-Taxidienstes eingeblendet. Verbunden mit dem Hinweis: „Die Abstimmung ist geheim!“ In den Ostbezirken hatten ohnehin manche ein Déjà-vu: Wer in der DDR nicht wählen ging, hatte gute Chancen, dass stattdessen die „fliegende Wahlurne“ zu ihm nach Hause kam. Das Motto, damals wie heute: Jede Stimme zählt. obs

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