IFA 2007 : Großer Empfang in Berlin

Am Freitag öffnet die Funkausstellung für Besucher. Auf sie warten neue Spielereien und viel Show. Und die Frage: Wie klingt Berlin?

IFA Bildschirme
Was die Elektronik-Konzerne zu bieten haben, gibt es auf der IFA ab Freitag zu sehen. -Foto: dpa

Vorbei die Zeit, als man Navigationsgeräte schon toll fand, wenn sie „rechts“ oder „links“ sagen konnten. Der neue „Merian Scout Navigator“ erklärt einem auch gleich die Sehenswürdigkeiten am Straßenrand. Und sagt Bescheid, wenn ein gutes Restaurant in der Nähe ist.

Gut, dass die Ifa nur zum Gucken da ist. Sonst würde man sich ganz schnell verschulden, bei all den verlockenden neuen Spielereien dieses Jahr. Da ist die Umhängetasche mit eingearbeiteten Solarzellen, in die man Laptops steckt und dabei gleich die Batterien auflädt. Da sind die Handykamera mit den sagenhaften fünf Megapixeln und die Jacke mit eingenähtem Fernseher. Und wenn die Funkausstellung am morgigen Freitag um 10 Uhr ihre Türen öffnet, wird es sicher nicht lange dauern, bis sich in Halle 11.1 eine Menschentraube bildet. Da wartet das neue Apple-Wunderhandy „iPhone“, das im November endlich auch in Deutschland auf den Markt kommt.

Ein weiterer zwingender Grund für den Messebesuch ist das Showprogramm. Das fällt dieses Jahr noch größer aus als im Vorjahr. 200 Musiker, Schauspieler, Sportler und Politiker werden erwartet. 80 Livekonzerte sind geplant. Formel-1-Fahrer Jarno Trulli hat ebenso zugesagt wie Sandra Maischberger, die Teenieband US5 und die Berliner Gruppe Culcha Candela – die ist gerade von Null auf Eins in die deutschen Singlecharts eingestiegen. Am Sonntag wird in Halle 14 ein ungewöhnliches Doppelpack erwartet: No-Angels-Sängerin Jessica Wahls gibt eine Autogrammestunde und Dieter Bohlen ein Gratis-Konzert. Ach nein, zum Glück umgekehrt. Autogrammstunden wird auch die deutsche Nationalmannschaft im Computerspielen geben. Zuerst muss sie aber gebildet werden: Bei den World Cyber Games darf sich jeder mit anderen messen.

Trotz des riesigen Staraufgebots dient die Funkausstellung aber nicht nur der Zerstreuung. Man kann auch existentielles lernen. Wer sich zum Beispiel seit Jahren fragt, was es mit diesem „Web 2.0“ auf sich hat, von dem alle reden, erhält in Halle 26 endlich eine Antwort. Fast akademisch geht es beim Technisch-Wissenschaftlichen Forum in Halle 5.3 zu. Da kann man bereits die technischen Neuerungen von übermorgen bewundern. Zum Beispiel den Fernseher, der 3D-Bilder erzeugt, ohne dass man dazu erst eine Brille aufsetzen muss. Oder die TV-Fernbedienung, mit der man telefonieren kann. Wer das ausprobiert hat, wird kaum noch ohne leben können.

In Halle 1.2 finden Diskussionsrunden mit Experten statt. Am Montag geht es etwa um die Frage, wie eigentlich Berlin klingt. Und welche Geräusche der Stadt sich abzustellen lohnten, damit Berlin noch schöner und attraktiver wird. Hoffentlich können sich die Diskussionsteilnehmer überhaupt konzentrieren. Gleich nebenan steht nämlich eine riesige Soundanlage. Das ist angeblich die teuerste der Welt. Ganz sicher aber eine der lautesten.

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