IFA : Kleine Alleskönner

Auch für Kinder hält die Internationale Funkausstellung in Berlin Angebote bereit. Sie reichen von Spielzeugrobotern bis zum kleinsten Laptop der Welt. Der gefällt den Vätern ebenfalls.

Christoph Stollowsky
Ifa Kinder
Kleine Pause. Nach dem Messe-Marsch erholen sich Isabelle und Daniel aus Strausberg in Hängematten. -Foto: Uwe Steinert

Das Wetter spielte prima mit. Zehlendorfs Superintendent Harald Sommer griff zur Gitarre und die Gäste des jährlichen Sommerfestes, das die Evangelische Akademie Berlin am Sonntag mit Freunden und Nachbarn in ihrem Tagungshaus auf Schwanenwerder feierte, stimmten kräftig ein. Das gemeinsame Singen an der Havel gehörte zweifellos zu den Höhepunkten der von Politikern wie Kirchenvertretern gleichermaßen geschätzten Veranstaltung. Und am Abend sollte am Ufer ein großes Lagerfeuer brennen. Zuvor hatten die Gäste unter den schattigen Bäumen des weitläufigen Parks der Akademie in einem Gottesdienst um den Segen Gottes für die Akademiearbeit gebetet.

Geladen zum Sommerfest auf Schwanenwerder waren Dietrich Stobbe – von Mai 1977 bis Januar 1981 Berlins Regierender Bürgermeister – , Bischof Wolfgang Huber, Konsistorialpräsident Ulrich Seelemann, Diakonie-Direktorin Susanne Kahl-Passoth, die Professoren Manfred Gailus, Wilhelm Gräb und Rolf Schieder, die ehemalige Bundestagsabgeordnete Christa Nickels sowie der Brandenburgische Landtagsabgeordnete und ehemalige Innenminister Alwin Ziel. Die Theologin Ulrike Kind sollte von Generalsuperintendent Ralf Meister und Akademie-Direktor Rüdiger Sachau in ihr neues Amt als Studienleiterin der Akademie eingeführt werden. Benjamin Lassiwe

Dieses Miniteil ist gerade mal so groß wie eine Zigarettenschachtel. Es passt prima in Marvins linke Hand und hat eine kleine Antenne, die hin und her wippt, während der 13-Jährige die einzelnen Menus auf dem Touchscreen antippt, als hätte er sein Lebtag nichts anderes getan. Tatsächlich ist der 2008 erstmals angebotene „Mobil Media Player (MMP)“ in Halle 11 auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) aber für Marvin eine Entdeckung. Und die ultimative Lösung gegen Langeweile. „Cool, der kann einfach alles“, murmelt er. Bringt alle TV- und Radioprogramme, ist gut zum Musik hören, Fotos- und Video gucken, Spielen – und sogar zum Texte schreiben für die Schule. Marvin will den MMP gar nicht mehr hergeben, aber nun wird es ungemütlich. Andere Kinder und Jugendliche drängeln. Sie wollen das kleine Wunderding auch mal ausprobieren.

Schließlich sind sie gestern am letzten Feriensonntag unbeirrt in die Messehallen gekommen, obwohl ein wahres Bilderbuchwetter nach draußen lockt. Wer trotzdem da ist, gehört zu den Freaks, die ihr neues Lieblingshandy suchen, den innovativsten iPod, kleinsten Laptop und die stärkste 3D-Playstation. Die Jüngeren an der Seite der Eltern rennen an solchen Raffinessen allerdings vorbei. Ihre Welt sind die Fernsehhallen mit den vielen Megabildschirmen. Heimkinogucken ohne Ende, Programme vom Kinderkanal, „Spiderman“ & Co. In der nächsten Halle nehmen sie dann schnell wieder Reißaus. Ein Mann preist mit dröhnender Stimme wie „Big Brother“ die „Total-Network-Solution“ an, er verkauft Navigationsgeräte für Autos und Motorräder.

Ziel der meisten Familien ist die Halle 6.2. Dort gibt es den „Family Playground“ mit unglaublich bequemen Knautschsesseln und breiten Hängematten, in denen man die neuesten Games testen und dabei abhängen kann. Im „Pinguin-Café“ hilft Betreuer Malcolm Dow beim Zusammenbauen von Spielzeug-Robotern. Die sehen mit ihren Antennen und Sensoren aus wie Mini-Mondfahrzeuge, kurven auf einer vorprogrammierten Strecke umher und stoppen auf Zuruf. Auf einem Cafétisch stehen die kleinsten Laptops der Welt einsatzbereit, eigentlich für die Kinder. Aber es sitzen vier Väter davor. „Die Erwachsenen lieben diese Teile“, sagt Malcolm.

Nebenan kann man boxen – gegen einen Gegner auf einer Großbildschirm. Das funktioniert mit Bewegungsmeldern, die einem Hostessen in die Hände drücken. Gegen dieses digitale Abenteuer hat es das Team der Kindersendung „Ohrenbär“ vom RBB schwer. An ihrem Stand werden die Jüngsten zu Bücherwürmern, krauchen in ein riesiges aufgeklappten Buch hinein. Nichts für Jugendliche. Sie zieht es in Halle 15 – zur „Young Ifa“. Zum Beispiel Klaus und Tim aus Treptow. Die Sechszehnjährigen streben zum Stand mit den MP3-Playern, denn hier darf jeder alles ausprobieren. Zwischendurch startet auf der Halfpipe eine BMX-Akrobatikshow, drehen die Jungs wie wild an den Stäben eines Tischfußballs. Ja, auch diesen Kicker gibt es auf der Messe, obwohl daran ganz und gar nichts digital ist.

Die Ifa ist bis Mittwoch täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt: 14/10 Euro, Schüler 5,50, Kinder bis sechs sind frei

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