IFA-REVOLUTIONEN (4) : Der Gameboy – das schnelle Spiel für zwischendurch

In vielen Dingen war der Gameboy ein heimlicher Vorreiter, doch das blieb immer unerkannt. So hat eigentlich er das „To-Go-Prinzip“ erfunden.

„Coffee to go“, also Kaffee, den man auf dem Weg zur Arbeit schlürfen kann, wäre ohne den Gameboy undenkbar. Die Kinder haben es vorgemacht: Mit einem Gameboy in der Hand gingen sie daddelnd zur Schule und haben früh erkannt, dass man, während man die Beine bewegt, auch noch gut andere Dinge tun kann.

Seine Speichermedien hießen prophetisch „Module“, so wie heute die Seminare an den Universitäten. Und die dienen ja auch der Speicherung von Kenntnissen und Informationen.

Und noch eins: Der Gameboy setzte auf ein klares, übersichtliches Design (mit dem schwarzen Steuerkreuz und den violetten Tasten) – so wie es ihm heute Apple mit seinem fast schon ikonischem iPod gleichtut.

Der Gameboy kam 1989 in Japan auf den Markt, ein Jahr später bahnte sich das Nintendo-Produkt seinen Weg nach Deutschland.

Das meistverkaufte „Modul“ war (das erstaunlicherweise aus Russland stammende) Tetris – dieses Spiel, bei dem man geometrische Formen, die immer neu vom Displayhimmel rieseln, so drehen muss, dass sie an die zerklüftete Bodenlandschaft andocken können.

Wie viele andere technische Neuerungen polarisierte damals natürlich auch der Gameboy: Von den einen als pädagogisch wertvoll gelobt, wurde er von anderen vielmehr als Droge und gefährliches Suchtmittel für Kinder eingestuft.

Eines kann man aber sicher über ihn sagen: Er war eine Erfindung, die im Gedächtnis blieb. Das Tamagotchi ist längst vergessen. hip

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