Stadtleben : Ihre Hoheit in Bellevue und Sanssouci

Prinz Charles kommt erstmals mit Camilla

Elisabeth Binder

Perfekter könnte der Zeitpunkt für einen Besuch von Prinz Charles nicht sein. Das jedenfalls meint der britische Botschafter Sir Michael Arthur, der am Montag in der Botschaft die Vorfreude auf den Besuch des Prinzen von Wales und seiner Frau Camilla, der Herzogin von Cornwall, offiziell entfachte. Dem bilateralen Verhältnis werde der zweitägige Besuch vom 29. bis 30. April höchst willkommenen Auftrieb geben, und in Zeiten großer wirtschaftlicher Unsicherheit könne man den Wert einer langjährigen Freundschaft gar nicht hoch genug schätzen.

Zwar kennt und schätzt der britische Thronfolger Berlin von häufigen Besuchen. Aber der letzte liegt eben auch schon sieben Jahre zurück und mit der Herzogin von Cornwall, vormals Camilla Parker Bowles, kommt er zum ersten Mal. Die beiden heirateten vor vier Jahren im April.

Zwei Schwerpunkte hat der Besuch: An erster Stelle steht der Klimaschutz. Prinz Charles ist seit vielen Jahren ein hochengagierter Klimaschützer und wird im Deutschen Historischen Museum den deutschen Nachhaltigkeitspreis bekommen. Bei dieser Verleihung wird der Prinz eine Grundsatzrede halten. Am nächsten Tag besucht er das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Währenddessen wird sich seine Frau Camilla Schloss Sanssouci anschauen. Das Programm ist sehr gedrängt und sieht nur zwei offizielle Mahlzeiten vor: Neben dem Dinner bei der Preisverleihung noch ein Mittagessen, zu dem Bundespräsident Horst Köhler die Königlichen Hoheiten am 29. April einlädt. Wo die beiden wohnen und wann sie eventuell mal in der Öffentlichkeit zu sehen sind, wollte der Botschafter aus Sicherheitsgründen noch nicht verraten.

Nach dem Lunch im Schloss Bellevue aber werden sie an einem Fußballspiel in Mitte teilnehmen, bei dem sich verschiedene Integrationsprojekte vorstellen. Integration gehört ebenfalls zu den Hauptinteressen des Prinzen, und bei der Bewältigung von Migrationsproblemen betrachtet Großbritannien, wie der Botschafter betonte, Deutschland sowieso als „unverzichtbaren Partner“.

Am 30. April wird es im Neuen Museum zu einer Begegnung mit dem Architekten David Chipperfield kommen. Anschließend steht ein Besuch im Alliierten-Museum in Zehlendorf auf dem Programm. Schließlich haben die Briten etwa 35 Prozent der Luftbrückenflüge bestritten, sagte dessen Direktor Helmut Trotnow. Elisabeth Binder

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