Jahreswechsel : Rauschende Silvesterparty auf der Festmeile

Mehr als eine Million Menschen hat vor dem Brandenburger Tor ins neue Jahr gefeiert. Und es wären noch mehr geworden, wäre die Festmeile nicht wegen Überfüllung gesperrt worden. Auch die Berliner Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun.

Mirko Hertrich,Christina Schultze
Silvester
Stimmungsvoll. Eine Million Berliner und Berlin-Besucher läuteten am Brandenburger Tor das neue Jahr ein. -Foto: ddp

Berlin Mehr als eine Million Berliner und Gäste der Stadt haben am Brandenburger Tor in ausgelassener Stimmung das Jahr 2008 begrüßt. Um Mitternacht wurde ein zwölfminütiges Feuerwerk gezündet. Rund 500 Feuerwerkskörper erhellten zu Musik den Berliner Nachthimmel. Wegen des großen Andrangs waren zwei Stunden zuvor die Eingänge zur Partymeile zeitweise komplett geschlossen worden. Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr verliefen die Feiern in der Stadt ruhiger als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten ging deutlich zurück.

Die Besucher einer der weltweit größten Silvesterpartys unter freiem Himmel lagen sich zum Jahreswechsel in den Armen, entzündeten Wunderkerzen und stießen mit Sekt auf 2008 an. Auf drei Bühnen traten über ein Dutzend Musikgruppen und zahlreiche DJs auf, darunter die Bands Monrose, Marquess und Rapsoul. Es war die 13. Open-Air-Silvesterfeier am Wahrzeichen Berlins. Den Jahreswechsel 2006/2007 hatten ebenfalls etwa eine Million Menschen rund um das Brandenburger Tor gefeiert.

Die Party verlief nach Polizeiangaben friedlich. Sechs Personen wurden unter anderem wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte festgenommen. Insgesamt gingen elf Anzeigen bei der Polizei ein, die bei der Party nach eigenen Angaben mit rund 500 Beamten im Einsatz war. Dazu kamen etwa 500 Ordner und rund 140 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes. Bis Mitternacht wurde nach Angaben der Veranstalter 101 Mal Erste Hilfe geleistet, deutlich weniger als in den Vorjahren. Schwere Verletzungen habe es nicht gegeben.

Weniger Verletzte als im Vorjahr

Auch insgesamt kamen deutlich weniger Menschen zu Schaden als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Verletzten durch Schlägereien oder Feuerwerkskörper ging laut Polizei fast um die Hälfte auf rund 70 zurück. Zugleich gab es weniger Einsätze von Funkwagen. Sie wurden zwischen 18 und 6 Uhr rund 1770 Mal alarmiert. Die Zahl der Notrufe nahm um gut fünf Prozent auf rund 4300 ab.

Einige Randalierer haben laut Polizei die Konfrontation mit den Sicherheitskräften gesucht. So hätten etwa 50 Personen Beamte in Kreuzberg mit Feuerwerkskörpern beschossen und mit Bodenfliesen beworfen. Es gab drei Festnahmen. Auch Gäste einer Feier in Wedding attackierten Polizisten und bewarf sie mit Gegenständen. Ein Mann wurde festgenommen. In der Lichtenberger Weitlingstraße griffen Rechte eine fünfköpfige afghanische Familie an, die jedoch in ihre Wohnung flüchten konnte. Der Staatsschutz ermittelt.

Lagerhalle brannte vollständig ab

Die Berliner Feuerwehr verzeichnete von 19 bis 6 in der Stadt 1647 Einsätze, rund 90 weniger als im vergangenen Jahr. Die Kräfte rückten zu 533 Bränden aus. Das ist ein Rückgang um rund 100. Die Zahl der Rettungseinsätze stieg dagegen minimal auf 1114 an. Das Niveau sei insgesamt aber noch immer "relativ hoch", sagte ein Sprecher.

In Wittenau im Eichhorster Weg ging aus noch unbekannter Ursache kurz nach 23 Uhr eine Lagerhalle in Flammen auf. 400 Quadratmeter standen in voller Ausdehnung in Flammen. 80 Prozent des Gebäudes stürzten ein. Noch bis Dienstagmittag waren Löschmannschaften vor Ort, um schwer zugängliche Glutnester zu beseitigen. Insgesamt waren in der Nacht rund 1540 Berufs- und freiwillige Feuerwehrleute im Einsatz.

0 Kommentare

Neuester Kommentar