Stadtleben : Japan-Sound und Kongo-Klang

Worldtronics-Festival im Haus der Kulturen

Katja Hanke

„Worldtronics“ heißt das neue Festival im Haus der Kulturen der Welt, das sich mit elektronischer Musik außerhalb der gängigen Zentren in Europa und Nordamerika beschäftigt. In der ersten Ausgabe dreht sich alles um Produktionen aus Japan, Chile, Israel und dem Kongo. Jedem der vier Länder widmet das Festival einen Abend, an dem drei bis sechs Bands spielen. Das musikalische Repertoire ist breit gefächert: Aus Japan wird Nobukazu Takemura, einer der bekanntesten experimentellen Musiker des Landes, zu Gast sein und Kompositionen präsentieren. Eingängiger ist der von Jazz und Klassik beeinflusste Sound seines Landsmannes Takeo Toyama.

Ein Höhepunkt des Festivals ist die kongolesische Band Konono No. 1, die vor 25 Jahren damit begann, die traditionellen Daumenklaviere Kalimbas elektronisch zu verstärkten und so einen speziellen Sound prägte, der in Europa seit kurzem als „Congotronics“ bekannt ist. Typisch ist dabei, dass der Klang vorwiegend selbst gebauter Instrumente elektronisch verstärkt oder manipuliert wird.

Die lebhafteste Electro-Szene Südamerikas ist momentan in Santiago de Chile. Von dort kommt Vincente Sanfuentes, der als „Original Hamster“ schrägen Electro-Pop in Spielkonsolen-Soundästhetik macht. Dagegen steht Israel in der elektronischen Musik meist für Goatrance. Bei Worldtronics werden vor allem experimentelle Musiker zu hören sein. Einer von ihnen ist Adi Gelbart, der analoge Geräte, Gitarren und batteriebetriebene Kinderinstrumente kombiniert. Klingt interessant. Katja Hanke

Worldtronics Festival bis 1. Dezember, jeweils 20 Uhr, Haus der Kulturen der Welt, Tageskarte 13 Euro, Festivalpass 30 Euro, Abschlussparty: Samstag 0.30 Uhr, Tape, Heidestraße 14, www.hkw.de

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