José Carreras : Spanische Leidenschaft im Konzert

Sein Leben böte Stoff für eine große Oper. Vielleicht ist das der Grund, warum José Carreras von seinem Berliner Publikum immer wieder mit Bravo-Rufen und Blumensträußen empfangen wird. Am 4. Dezember kommt er in die Philharmonie

Obwohl manche Kritiker bei seinem neuen Programm eine gewisse Leichtigkeit beklagen, werden die Fans den Star-Tenor wohl auch am Vorabend seines 62. Geburtstags mit gewohnter Herzlichkeit begrüßen. Am 4. Dezember um 20 Uhr, tritt er mit Melodien aus dem Mittelmeerraum, „Mediterranean Passion“, in der Philharmonie auf. Es muss ja nicht immer „Carmen“ sein.

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Foto: dpa

Seit mehr als 50 Jahren steht José Carreras nun auf der Bühne. Und das ist keineswegs selbstverständlich. Treue Fans haben seinen Triumph über die schwere Krankheit gebannt verfolgt wie ein dramatisches Opernschicksal. Vielleicht hat das dazu beigetragen, dass er einen Raum füllt mit schwer zu beschreibender Präsenz. Bei seinem Auftritt vor vier Jahren war die Begeisterung jedenfalls groß beim Publikum.

1987 erkrankte er an Leukämie, musste elf Monate in Krankenhäusern verbringen. Danach startete er richtig durch. Musikalisch zelebrierte er seine Heilung als einer der drei großen Tenöre neben Luciano Pavarotti und Placido Domingo. Menschlich zeigt er seine Dankbarkeit für die Heilung mit einer Stiftung, die unter dem Motto arbeitet „Leukämie muss heilbar werden“. Allein in Deutschland sammelte José Carreras für seine Leukämie-Stiftung seit 1995 mit Benefiz-Galas rund 75 Millionen Euro und unterstützt neben anderen deutschen Kliniken damit auch die Charité.

Sopranistin Montserrat Caballe war die erste, die 1971 auf die Jahrhundertstimme des Tenors aufmerksam machte, der in Bellinis „Norma“ damals eine Nebenrolle spielte. Nach dem Einschnitt durch die Krankheit entdeckten die Deutschen bei einer Liederabendtournee ihre Leidenschaft für den „Star der leisen Töne“, als der er sich damals inszenierte. Stehende Ovationen in Wien oder Tokio konnten in jenen Jahren schon mal bis zu einer Stunde dauern.

Aus Anlass der Fußballweltmeisterschaft in Rom 1990 gab er ein Konzert zusammen mit den anderen beiden großen Tenören, dessen Mitschnitt über 10 Millionen mal verkauft wurde. Das war auch ein Beweis, dass Männer gleichzeitig Künstler und fußballbegeistert sein und diese Kombination auch noch zu Geld machen können. Vier Jahre später begeisterte das Trio die Fußballfans beim WM-Finale in Los Angeles.Bi

Tickets unter 01805/4470 oder www.berlin-ticket.de

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